Naturschutzgesetz in Schleswig-Holstein: Einige Änderungen für Jäger

Im Kieler Landtag wurden die Änderungen für das neue Naturschutzgesetz beschlossen. Unter anderem soll ein Verbot für Jagdgatter festgeschrieben werden.

Hermelin

Foto: Dieter Hopf

Naturschutzgesetz in Schleswig-Holstein: Einige Änderungen für Jäger

Im Kieler Landtag haben die Koalitionsfraktionen jetzt die Änderungen für das neue Naturschutzgesetz beschlossen. Wie shz.de berichtet, soll unter anderem ein Verbot für Jagdgatter im Jagdgesetz festgeschrieben werden. Der grüne Umweltminister Robert Habeck begrüßte den Schritt, denn Jagdgatter dienten dem Zweck, möglichst viel Wild in kurzer Zeit zu schießen. „Das muss unterbunden werden“, erklärte er. „Die Jagdgatter müssen seit 15 Jahren entfernt werden, weil sie den Grundsätzen einer naturnahen Jagd eindeutig widersprechen – so will es das Gesetz.“ Mit dem Jagdverbot sei nun sichergestellt, dass bis zur endgültigen Entscheidung über die Beseitigungsanordnung nicht mehr aus kommerziellen Gründen in Gattern gejagt werde. 

Die Änderungen im Naturschutzgesetz ermöglichen außerdem, dass Jäger den Wildbestand auf Anordnung reduzieren müssen, falls dies für die Allgemeinheit notwendig würde. Weitere wichtige Änderungen für die Jagdberechtigten des Landes sind, dass es Ausnahmen vom Jagdverbot geben kann und dass Hermelin und Mauswiesel aus der Liste der jagdbaren Arten gestrichen werden sollen.

Flemming Meyer vom Südschleswigschen Wählerverband (SSW) äußerte sich dem Bericht zufolge positiv zu den Änderungen: „Wir werden ein fortschrittliches und maßvolles Gesetz erhalten, mit dem kein Landwirt geknebelt wird.“ Und weiter: „Wir schützen und erhalten unser wertvolles Grünland. Zudem wird es auch künftig kein allgemeines Betretungsrecht geben, weil es keine naturschutzfachliche Begründung dafür gibt.“

Die CDU hingegen ist nicht zufrieden mit den Koalitionsplänen für das neue Naturschutzgesetz. Wie Heiner Rickers, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion, mitteilte, werde man bis zur zweiten Lesung Ende April für weitere Verbesserungen kämpfen. Mit den Änderungen seien zwar einige der „völlig überzogenen Verschärfungen“ Habecks abgeschwächt, aber andere neu eingeführt worden. Damit würde die Akzeptanz der Menschen für den Naturschutz geschwächt, sagte Rickers.

Auch der FDP-Umweltpolitiker Oliver Kumbartzky zeigte sich wenig erfreut. Die Koalitionsfraktionen hätten Habecks Entwurf „verschlimmbessert“. Außerdem würde „ohne Beteiligung der betroffenen Verbände aus heiterem Himmel der Katalog der jagdbaren Arten zusammengestrichen“, sagte Kumbartzky laut shz.de.

Zu Fütterungsverboten, Wildtiermanagement und Wild im Gatter finden Sie hier unseren Kommentar.

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