Mäusebussard

Neue Studie: Mäusebussarde in akuter Gefahr durch Windkraftanlagen

Es scheint, als würde eine aktuelle Studie den Windkraftausbau massiv beeinflussen. Eine vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie, die inzwischen in Teilen veröffentlicht wurde, beschäftigt sich mit den Kollisionsrisiken von Vögeln mit Windrädern. Wie der Tier-Verhaltensforscher und Mitautor der Studie Oliver Krüger laut einem Bericht von shz.de hochrechnet, seien allein in Schleswig-Holstein jährlich rund 1600 tote Mäusebussarde durch Windkraftanlagen zu erwarten.

Für den Windkraftausbau könnte die Studie zu einem Problem werden. Schon im Bundesnaturschutzgesetz heißt es ausdrücklich, dass jede erhebliche Störung einer geschützten Vogelart, wie etwa der Mäusebussarde, unterbleiben müsse. Es dürfe nicht „der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert“ werden. Auch Krüger ist dem Bericht zufolge der Ernst der Lage durchaus bewusst: „Die Ergebnisse haben eine gewisse politische Dimension.“ Dabei hatte er zu Beginn der Studie nicht mit einer derart starken Betroffenheit des Mäusebussards gerechnet – diese sei für ihn „die große negative Überraschung“ gewesen. Bei der Planung neuer Windkraftprojekte sei lediglich der Rotmilan im Fokus der Überlegungen gewesen, aber „der Mäusebussard tauchte in den Betrachtungen zur Windenergie bisher überhaupt nicht auf“, erklärte der Tier-Verhaltensforscher.

Mäusebussard

Auch für den Naturschutzbund (NABU) ist das Ergebnis der Studie eine Überraschung. Lars Lachmann, Vogelschutz-Experte des NABU, sagte dem Bericht zufolge: „Neu ist, dass der Blutzoll durch Rotoren so groß ausfällt, dass das selbst eine vergleichsweise große Population wie die des Mäusebussards nicht mehr verträgt.“ Als Lösungsvorschlag nennt Lachmann Mindestabstände von 500 bis 1000 Metern zwischen Windkraftanlagen und Vogelnestern.

Dass der Bundesverband Windenergie (BWE) nicht begeistert auf die Studie reagiert, ist sicherlich keine Überraschung. Die Landesgeschäftsführerin des BWE, Nicole Knudsen, zeigt sich besorgt über einen „weiteren Hemmschuh für die Energiewende“. Man nehme die Studie dennoch sehr ernst, einen Plan B gebe es allerdings noch nicht, erklärt sie. Das Kieler Umweltministerium äußerte sich bisher nicht zu der Studie. Man wolle erst den Abschlussbericht abwarten. Da viele Informationen noch fehlen würden, sehe man sich momentan nicht in der Lage, die möglichen Auswirkungen auf die Nutzung der Windenergie einzuschätzen, sagte die Ministeriumssprecherin Nicola Kabel.

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