Nilgans-Plage: Minister appelliert an Jäger

Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) will die Kommune Ladenburg dabei unterstützen, die Nilgans-Bestände zu regulieren. Er spricht sich für eine strikte Bejagung aus.

Nilgänse

Foto: Ronile

Als Landwirtschaftsminister Peter Hauk die Gemeinde Ladenburg in Baden-Württemberg besuchte, hatte er interessante Neuigkeiten im Gepäck: Die zuständigen EU-Gremien haben sich darauf verständigt, die Nilgans zur invasiven Art zu erklären. Somit könnten sich künftig neue rechtliche Möglichkeiten eröffnen, den Gänsebestand zu regulieren, berichtet die Rhein-Neckar-Zeitung. Denn die Nilgans ist ein ökologischer Störenfried: In Ladenburg fressen sich die aggressiven Neozoen durch die landwirtschaftlichen Flächen und verkoten die Neckarwiesen.

Hauk richtete das Wort bei seinem Treffen mit dem CDU-Ortsverband direkt an die zuständigen Jäger: „Liebe Jäger in Ladenburg, helft, das Problem zu lösen.“ Daraufhin lud Jäger Georg Münz den Minister ein, mit auf die Jagd zu gehen. Auch er fand klare Worte: „Wir werden hier als Mörder beschimpft von den Tierschützern. Das können Sie sich dann auch anhören“, entgegnete Münz dem Minister. Im Bereich der Neckarwiese und des Römerstadions werde Münz jedenfalls keine Nilgänse schießen.

Eine denkbare Alternative für den Minister ist die Gatterbejagung. Dabei werden die Gänse mit Futter in ein Gatter gelockt und dann kontrolliert getötet. „Es ist immer noch humaner, die Gänse fachmännisch zu töten, als sie dem Hungertod auszusetzen“, meinte Hauk. Der CDU-Landtagsabgeordnete Georg Wacker appellierte ebenfalls an die Akteure vor Ort, sich an der Lösung des Gänseproblems zu beteiligen. Wacker gab zudem bekannt, dass das Land Baden-Württemberg einen Aktionsplan erarbeiten werde, um die Gänseplage in den Griff zu bekommen.

Noch vor wenigen Wochen berichtete die Rhein-Neckar-Zeitung, dass die Landesregierung in den Nilgänsen kein Problem sehe – worüber die Ladenburger nur den Kopf schütteln konnten. „Deren Hinterlassenschaften schränken die Erholungs- und Freizeitqualität erheblich ein, und auch die Landwirte klagen zunehmend über Fraßschäden“, sagte Bürgermeister Stefan Schmutz damals gegenüber der Zeitung.

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