NRW-Umweltministerin Schulze Föcking zurückgetreten

CDU-Politikerin gibt nach monatelangen Vorwürfen und Drohungen auf – die Jäger sind ihr für ihre „jagdpolitische Wende“ dankbar.

Christina Schulze Föcking

Foto: Fotografie Rauss

Die nordrhein-westfälische Umweltministerin Christina Schulze Föcking hat ihren Rücktritt erklärt. In einer offiziellen Erklärung sagte die CDU-Politikerin, sie habe in den vergangenen Monaten in anonymen Briefen und ganz offen im Internet Drohungen gegen ihre Person, ihre Gesundheit und ihr Leben erfahren, die sie nie für möglich gehalten hätte und „die das Maß des menschlich Zumutbaren weit überschritten“ hätten. Weiter erklärte Schulze Föcking: „Die Aggressivität der Angriffe hat mich in eine ständige Anspannung versetzt – und nicht nur mich: Der Preis meines politischen Amtes für meine Familie ist zu hoch.“

Gegen die Ministerin, die ihr Amt erst seit dem 30. Juni 2017 bekleidet hatte, waren monatelang Vorwürfe erhoben worden, in ihrem heimischen Mastbetrieb sei es zu Mängeln bei der Tierhaltung gekommen. Zuletzt sorgte ein vermeintlicher Hackerangriff auf ihren Fernseher für Aufsehen, bei dem allerdings letztlich ein Gerät aus dem eigenen Heimnetz als „Übeltäter“ identifiziert wurde.

Die NRW-Jägerschaft hatte Schulze Föckings Bemühungen um eine Überarbeitung des umstrittenen rot-grünen Jagdgesetzes stets begrüßt. Bei der Eröffnung der Messe „Jagd & Hund“ lobte die Politikerin die Jäger zu Jahresbeginn als „verlässliche, kompetente und unverzichtbare Partner“. Nordrhein-Westfalens LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg seinerseits dankte „der lieben Christina“ für die von ihr eingeleitete „jagdpolitische Wende“ (wir berichteten). Erst in der vergangenen Woche verabschiedete der Düsseldorfer Landtag dann die Eckpunkte zur Überarbeitung des Landesjagdgesetzes. Müller-Schallenberg äußerte anschließend erneut seinen Dank an Christina Schulze Föcking (wir berichteten).

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