Ökologische Flächen als Todesfallen 

Jäger fordern Verlängerungen der Schonzeiten bei der Mahd bis in den Juli hinein.

Rehkitz auf Wiese

Foto: Carol Scholz

Seit dem 15. Juni ist es im schweizerischen St. Gallen erlaubt, ökologische Ausgleichsflächen zu mähen. Gleich am ersten Tag der Mäharbeiten kamen in einem stadtnahen Jagdrevier vier Rehkitze durch Verletzungen zu Tode, die durch die schweren Maschinen bei der Wiesenmahd hervorgerufen wurden.

Auch aus angrenzenden Revieren seien ähnliche Fälle bekannt geworden, heißt es in einem Bericht des Onlineportals suedostschweiz.ch. Das Portal veröffentlichte zudem Statistiken zur vermutlichen Dunkelziffer: Demnach sterben beim Mähen von Wiesen in der Schweiz jedes Jahr bis zu 3000 Rehkitze.

Weil ökologische Flächen so zu einer Todesfalle für die Tiere werden,  äußerten Jäger bereits heftige Kritik an dem Vorhergehen der Behörden. „Es darf nicht sein, dass am Tag nach Ablauf der Schonfrist subventionierte Ausgleichsflächen auf breiter Front abrasiert werden und damit unendliches Tierleid verursacht wird“, sagte Peter Weigelt, der Präsident von Revierjagd St. Gallen, gegenüber dem Online-Medium.

Entgegen der allgemeinen Auffassung vieler Landwirte verstecken Rehe ihre Jungtiere auch noch weit über den Mai hinaus in waldnahen Mähflächen. Daher fordern Jäger stärkere Kontrollen. Auch eine Verlängerung der Schonfrist bis Juli wäre für sie denkbar.

Um die im Gras versteckten Rehkitze aufzuspüren, tun sich vielerorts jedes Jahr Jäger, Anwohner und Landwirte zusammen. In oft mühsamer Arbeit suchen sie die Felder ab oder stellen Wildscheuchen auf (wir berichteten). Auch neue, vielversprechende Methoden mithilfe von Drohnentechnologie werden immer beliebter (wir berichteten).

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