Peta als Trittbrettfahrer der Elefantenkrise

Elefanten in Afrika

Die Ergebnisse der ersten afrikaweiten Elefantenzählung liegen jetzt vor. Zwischen 2007 und 2014 ist die Zahl der Savannenelefanten um ein Drittel zurückgegangen. Der Bestand zum Zeitpunkt 2014 wird auf 350.000 bis 400.000 Tiere geschätzt. Hinzu kommen die Elefanten in den Regenwäldern Zentralafrikas, deren Zahlen noch stärker gesunken sind.

Die Zählungen aus der Luft, die vor allem durch einen Zuschuss des Microsoft-Gründers Paul Allen in Höhe von sieben Millionen US-Dollar finanziert wurden, hatten 90 Wissenschaftler in 18 Ländern beschäftigt. Mit 81 Flugzeugen und unter Beteiligung vieler staatlicher Wildschutzbehörden und Hilfsorganisationen waren Stichproben ermittelt und dann hochgerechnet worden. Auch Deutschland und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt hatten sich beteiligt.

Die Ursachen, so die verantwortlichen Wissenschaftler, sind Wilderei und der Verlust an natürlichen Habitaten für die Dickhäuter. Das Bevölkerungswachstum und die ständige Ausbreitung der Landwirtschaft lassen die Lebensräume des Wildes schrumpfen. Vor allem die zunehmende Rinderhaltung, meist durch Wanderhirten, macht dem Naturschutz zu schaffen. Mehr als drei Millionen Kühe hatten die Wissenschaftler in den Elefantengebieten gezählt. Sie hatten auch Hunderte von Lagern der Wilddiebe aus der Luft gesehen. Das Abschießen der Elefanten erledigen meist junge Männer aus den Dörfern vor Ort. Danach besorgen Schmuggelringe der organisierten Kriminalität den Weitertransport nach Asien, vor allem nach China und Vietnam.

Als wäre dies alles nicht schon schlimm genug, setzen die durch viele Skandale berüchtigten Tierrechtler von Peta noch einen drauf. Anders als die Wissenschaftler selbst machen sie vor allem die legale Trophäenjagd für den Rückgang verantwortlich. Deshalb fordert Peta auch von der Bundesregierung, die Einfuhr aller Jagdtrophäen nach Deutschland zu verbieten. Allerdings wenden die Spendensammler sich dabei an die falsche Adresse. Ein solches Importverbot könnte, falls rechtlich überhaupt möglich, nur die EU in Brüssel erlassen. Berlin ist gar nicht zuständig.

Kann Peta Elefanten nicht von Löwen und Leoparden unterscheiden?

Für die von keinem ernsthaften Wissenschaftler geteilte schräge These führt Peta auch eine eigene wissenschaftliche Quelle an: eine Veröffentlichung aus dem Jahre 2011. Peinlich nur, dass die Studie sich mit Löwen und Leoparden beschäftigt. Elefanten kommen dort gar nicht vor. Einer der Autoren der Studie sagte gegenüber Outfox-World: „Mit Sicherheit behaupten wir nicht, dass die legale Jagd ein Hauptfaktor für einen Rückgang von Wildtieren sei.“

Professor Sven Herzog, Wildbiologe und Institutsleiter an der Universität Dresden ergänzt dazu: „Wir erleben ganz häufig, dass man versucht, die angebliche Schädlichkeit der nachhaltigen Jagd mit wissenschaftlichen Zitaten zu belegen. Schaut man näher hin, dann sieht man, dass die Jagdgegner die zitierten Studien entweder gar nicht gelesen haben oder darauf setzen, dass die Öffentlichkeit nicht hineinschaut.“

Peta geht es wohl auch in erster Linie um das Einsammeln von Spenden. Ein entsprechender Aufruf begleitet jede Presseerklärung. Bislang war allerdings nicht bekannt, dass die Organisation sich mit dem eingesammelten Geld an dem mehr denn je notwendigen Schutz der Elefanten finanziell beteiligt.

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!