Reh-Rettung: Freude währte nur kurz

Verrückte und zugleich traurige Geschichte: Ein Reh verirrt sich im Garten, wird von der Polizei befreit und kommt kurz darauf doch noch ums Leben.

Reh auf Wiese

Symbolfoto: Simone Wolzenburg

Freilaufende Hunde können zur Gefahr für Rehe oder andere Wildtiere werden, wie in der Vergangenheit immer wieder berichtet. Jagdverbände wie Privatleute setzen sich daher mit regelmäßigen Aufklärungs-Aktionen für den Schutz der Wildtiere ein (wir berichteten). Dass diese Sensibilisierung nicht immer fruchtet, zeigt nun ein besonders unglückliches Beispiel der Ruhrnachrichten aus Lüdinghausen.

Dort waren Polizisten ursprünglich zu einer ganz anderen Rettungsaktion ausgerückt. Ein Reh war in einem umzäunten Garten eingesperrt und gelangte nicht mehr heraus. Die Beamten befreiten das Tier und entließen es in die Freiheit. Doch das Reh kam nicht weit. Ein paar Straßen weiter traf es laut den Polizisten auf einen freilaufenden Golden Retriever, der Jagd auf das Reh machte.

Anwohner fanden es kurz darauf tot in ihrer Hofeinfahrt und benachrichtigten die Polizei. Das Tier wies tiefe Bissspuren am Hals auf. „Wir gehen davon aus, dass der Hund für den Tod des Rehs verantwortlich ist“, sagt Polizist Rolf Werenbeck-Ueding gegenüber den Ruhrnachrichten. Der Halter des nicht angeleinten Golden Retrievers werde nun gesucht, um den Vorfall zu untersuchen und eine mögliche Aggressivität des Hundes zu ermitteln.

Wer seinen Hund in einem Jagdbezirk unbeaufsichtigt laufen lässt, ohne direkten Einfluss auf ihn nehmen zu können, der begeht nach Landesjagdgesetz eine Ordnungswidrigkeit, die mit hohen Bußgeldern bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann. Sollte dabei ein wildernder Hund zur Gefahr für Tiere werden, drohe im schlimmsten Fall sogar ein Erschießen des Hundes. Dies käme nach Angabe des Vorsitzenden der Kreisjägerschaft, Franz-Josef Schulze Thier, jedoch nur als letztes Mittel in Frage.

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Er appelliert an die Besitzer, achtsam zu sein und ihre Hunde anzuleinen, auch wenn sie sicher seien, den Hund kontrollieren zu können. „Wenn Hunde Beute wittern, kann aber plötzlich doch der Jagdtrieb aufkommen“, betont Schulze Thier. Für das getötete Tier, wie in diesem Fall das Reh, bedeute diese Art des Todes mehr Stress und mehr Qualen, als es beim Schuss des Jägers der Fall gewesen wäre, erklärt Schulze Thier. Darüber hinaus bringe ein gerissenes Wild „Unruhe ins Revier, sodass sich das Wild weiter zurückzieht“.

Für Hundebesitzer, die ihren Vierbeinern verantwortungsvollen Auslauf und Bewegung bieten wollen, sind Hundefreilauf-Flächen eine gute Möglichkeit. Eine solche Wiese hat der Hegering im nordrhein-westfälischen Gevelsberg angelegt (wir berichteten). Dort können die Hunde sich austoben, ohne zur Gefahr für das Wild zu werden.

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