Rentier-Totalabschuss in Norwegen

Umweltbehörden in der Region Nordfjella haben wegen der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit 30 Jäger beauftragt, den gesamten Rentier-Bestand zu töten.

Rentiere

Symbolfoto: Enra

Schlimme Neuigkeiten aus Norwegen: Die Umweltbehörden wollen den gesamten Bestand an wilden Rentieren in der Region Nordfjella töten lassen, um der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beizukommen.

Diese Woche wurden die ersten Tiere erlegt, insgesamt geht es um 2200 in der Region nordöstlich der Hafenstadt Bergen. 30 Jäger wurden mit der traurigen Arbeit beauftragt, sie werden vom Staat bezahlt. Bis zum 1. Mai 2018 soll ihr Auftrag erledigt sein.

Anders, glauben Experten, ist die Seuche nicht aufzuhalten, sie könnte dann den gesamten Rentierbestand in Nordskandinavien bedrohen. „Das Beste, was wir in dieser traurigen und dramatischen Situation tun können, ist der Versuch, die Krankheit in der norwegischen Natur auszurotten.“ Eine ähnliche Situation erlebte Nordfjella bereits mit den Hirschen. Auch hier sollten zahlreiche Tiere aufgrund der Ausbreitungsgefahr der Seuche erlegt werden (wir berichteten).

Creutzfeld-Jakob, international bekannt als CWD (für Chronic Wasting Disease), ist eine tödlich verlaufende Nervenkrankheit, ähnlich dem Rinderwahnsinn BSE, nur noch ansteckender. Darüber, wie sie aus Nordamerika auf unseren Kontinent kam, wird immer noch gestritten.

Sicher ist: Im Jahr 2016 wurde der Erreger erstmals auf dem europäischen Festland nachgewiesen (wir berichteten). An einem Rentier in der Region Nordfjella, wo die Behörden jetzt nur noch die Chance sehen, den Wildren-Bestand völlig auszurotten.

Es geht dabei darum, die Ausbreitung ins übrige Rentier-Weidegebiet zu verhindern. Und möglicherweise auch ein Überspringen des Erregers auf andere Wild- und Nutztierarten: Laborversuche erhärten den Verdacht, dass ein solches Risiko besteht und die Seuche womöglich nicht auf hirschartige Wildtiere beschränkt bleibt.

Nach dem Totalabschuss soll das Gebiet mindestens fünf Jahre lang rentierfrei gehalten werden. Erst danach soll dort wieder ein Rentier-Stamm aufgebaut werden.

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