Rotmilane könnten Windkraft-Projekt scheitern lassen

Regierungspräsidium Stuttgart gibt dem Artenschutz den Vorrang vor den Plänen des Energieversorgers EnBW.

Windkraftanlagen

Im baden-württembergischen Landkreis Göppingen könnte der geplante Bau von zwei Windkraftanlagen am dortigen Vorkommen von Rotmilanen scheitern. Das Regierungspräsidium Stuttgart teilte dem Landratsamt jetzt mit, es lägen keine Voraussetzungen vor, die eine Ausnahme vom Tötungsverbot rechtfertigen würden.

Die Pläne des Energieversorgers EnBW sorgten bereits im vergangenen Sommer für Aufsehen. Nachdem das Unternehmen beim Stuttgarter Regierungspräsidium beantragt hatte, bei zwei geplanten Windrädern den Schutz der Greifvögel zu vernachlässigen, kritisierten Windkraft-Gegner dies als nicht akzeptable „Lizenz zum Töten“ (wir berichteten).

Laut einer Pressemitteilung des Landkreises Göppingen hat das Regierungspräsidium nun nach intensiver Prüfung von Gutachten festgestellt, dass im Umkreis von 3,3 Kilometern um die geplanten Windenergieanlagen von mindestens vier Rotmilan-Revieren auszugehen ist. Da vor Ort regelmäßig genutzte Flugkorridore der Rotmilane bestehen, sei eine Erteilung einer Ausnahme vom Tötungsverbot nicht möglich. Das hohe Gefährdungspotenzial der Greifvögel könne auch nicht durch Maßnahmen wie etwa Abschaltzeiten der Anlagen oder die Schaffung neuer Nahrungsflächen verringert werden.

Auf der Basis dieser Einschätzung wird nun die untere Immissionsschutzbehörde des Landratsamts Göppingen abschließend über den Antrag von EnBW entscheiden.

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