Schutzjagd auf Wölfe: Schweden als Vorbild?

Im Brandenburger Landtag diskutierten Experten über die schwedischen Regelungen zur Bejagung von Wölfen.

Wolf

Foto: Tobias Bürger

Der Umgang der Schweden mit dem Wolf könnte als Vorbild für Brandenburg dienen. Im Landtagsausschuss für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft plädierten Experten jetzt für Schutzjagden nach skandinavischem Beispiel. „Der Wolf darf nicht länger das goldene Kalb sein, um das alle herumzutanzen haben“, erklärte der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes (LJVB), Matthias Schannwell.

In dem Fachgespräch „Wolfsmanagement“, zu dem der Landtagsausschuss eingeladen hatte, berichteten Vertreter der schwedischen Naturschutzverwaltung, wie in ihrem Land mit geschützten Raubtieren wie Wölfen umgegangen wird. Die Diskussion sei teilweise „sehr aufgebauscht“, sagte der Experte Michael Schneider aus der Provinzregierung Västerbotten laut einem Bericht der Märkischen Allgemeinen. In Schweden gebe es neben der Lizenzjagd auch Regelungen für eine sogenannte Schutzjagd auf Wölfe. Jedes geschützte Tier könne demnach getötet werden, sobald es Nutztieren oder Menschen gefährlich werde – und das, auch wenn noch kein Angriff stattgefunden habe. Schneider bezeichnete es als vorteilhaft, dass in Schweden die Zuständigkeiten von Jagd und Naturschutz in einer Behörde zusammengeführt wurden.

Dem Bericht zufolge sprach sich der Chef des „Forums Natur Brandenburg“, Gernot Schmidt, dafür aus, die schwedischen Regelungen auch in die brandenburgische Wolfsverordnung aufzunehmen. Die Schutzjagden in Schweden oder auch Finnland seien ein wesentliches Werkzeug, wenn andere Herdenschutz-Maßnahmen versagten. Aktuell war es in dieser Woche einem Wolf im niedersächsischen Landkreis Vechta offenbar gelungen, einen zwei Meter hohen Stahlmattenzaun zu überspringen. Wie die NWZ berichtete, fielen der Attacke drei Wildschafe zum Opfer.

Für den Nabu Brandenburg warnte Landesgeschäftsführerin Christiane Schröder in der Diskussion vor „Schnellschüssen“. Für sie gehe es nicht um Populationsgrenzen, sondern um Prävention und Herdenschutz, berichtete die Märkische Allgemeine.

Bereits im Vorfeld der Landtagsanhörung hatte der brandenburgische Landesjagdverband sich klar für eine Regulierung des Wolfsbestands ausgesprochen. „Dies kann aus Sicht des LJVB nur über die ordnungsgemäße Jagd erfolgen“, hieß es in einer Pressemitteilung. Konkret bedeute dies: „Senkung des Schutzstatus, Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht und Festlegung einer Jagdzeit“. Ein Herdenschutz ohne Bejagung würde die Kosten für wolfssichere Zäune „ins Uferlose“ wachsen lassen. LJVB-Geschäftsführer Matthias Schannwell sagte: „Angesichts der dynamischen Bestandsentwicklung, die niemand erwartet hat, darf die Regulierung nicht länger als Sakrileg abgetan werden.“

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