Schwarzwildbestände: Millionen sollen Jagd erleichtern

Afrikanische Schweinepest, Ernteschäden, Angriffe: Die Probleme mit dem Schwarzwild nehmen deutschlandweit überhand. In Mecklenburg-Vorpommern kündigt Umweltminister Till Backhaus (SPD) jetzt Millionenhilfen an.

Schwarzwild

Foto: Michael Tetzlaff / Schwarzwild

In ganz Deutschland gibt es aktuell große Probleme mit Wildschweinen. Besonders groß ist die Angst in Bayern und Ostdeutschland, dass das osteuropäische Schwarzwild die Afrikanische Schweinepest (ASP) auch nach Deutschland einschleppen könnte (wir berichteten). Zum Schutz von Hausschweinen und zur Erleichterung der Jagd will der Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Till Backhaus (SPD), jetzt zwei Millionen Euro zur Verfügung stellen, wie der NDR berichtet.

Mit dem Geld sollen demnach finanzielle Anreize für Jäger im Land geschaffen werden, noch mehr Wildschweine zu schießen. Statt wie im vergangenen Jahr 60.700 Wildschweine, schwebt Minister Backhaus für das laufende Jagdjahr eine Zahl von 75.000 Tieren vor. Die Geschäftsführerin des Landesjagdverbandes in Mecklenburg-Vorpommern, Kati Ebel, zeigt sich dem Bericht zufolge optimistisch: Immerhin sei vor sieben Jahren bereits eine Strecke von 76.000 Tiere verzeichnet worden.

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Außerdem könnte ein Teil der zwei Millionen Euro vom Landwirtschaftsministerium in die Anschaffung von Wildkameras und Fallen sowie vermehrte Jägerschulungen fließen. Auch eine engmaschigere Überprüfung von toten Wildschweinen auf Seuchen soll das Geld erleichtern.

Doch mehr tote Wildschweine bringen weitere Probleme mit sich: Jäger haben teilweise schon Schwierigkeiten, das Wildfleisch loszuwerden. Es gibt derzeit einfach zu viel Wildschweinfleisch auf dem Markt, daher sind die Preise für Schwarzwild im Keller. Statt 1,50 Euro aufwärts wie zu Hochzeiten, gäbe es Ebel vom Landesjagdverband zufolge aktuell nur etwa 80 Cent pro Kilogramm. Sie meint: So weit, dass Wildbret entsorgt werden müsse, dürfe es nicht kommen.

Das Landwirtschaftsministerium hat laut Angaben des Nordkuriers zudem eine Expertengruppe gegründet, die an einem Maßnahmenplan zur Regulierung des Schwarzwilds arbeitet. Landwirtschaftsminister Backhaus versprach außerdem, auch die Probleme bei der Vermarktung von Wildschweinfleisch in Angriff zu nehmen. 

Anders als das Ministerium in Mecklenburg-Vorpommern tun sich die Behörden in anderen Bundesländern offenbar schwer mit konkreten Maßnahmen. Hegeringleiter Johannes Meier-Frankenfeld aus Hückeswagen (NRW) klagt etwa gegenüber der Rheinischen Post: „Wir hatten noch nie so viele Probleme seit Ende des Zweiten Weltkriegs wie heute.“ Jagdpächter und Landwirte wollen die Wildschweine angesichts hoher Wildschäden gerne intensiver bejagen, fühlen sich jedoch von den örtlichen Behörden im Stich gelassen.

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