Schwarzwildstrecke erreicht Rekordhöhen

Seit Beginn der Jagdstatistik haben Brandenburgs Jägerinnen und Jäger nur in zwei Jahren noch mehr Wildschweine geschossen als 2016/2017.

Schwarzwild

Foto: Bálint Fülöp

Angesichts der extremen Vermehrung der Tiere ist es kein großes Wunder: Die Jägerschaft in Brandenburg hat im zurückliegenden Jagdjahr die drittgrößte Schwarzwildstrecke verzeichnet, seit eine Jagdstatistik geführt wird. Darauf hat jetzt Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) hingewiesen. Landesweit stieg die Strecke im Vergleich zum Vorjahr um deutliche acht Prozent an.

Laut einer Pressemitteilung Vogelsängers ergab eine erste Auswertung, dass im vergangenen Jagdjahr (1. April 2016 bis 31. März 2017) landesweit 76.512 Wildschweine erlegt wurden. Dies sei eine der höchsten Schwarzwildstrecken seit Beginn der jagdstatistischen Aufzeichnungen in Brandenburg. Lediglich in den Jahren 2002/2003 und 2008/2009 hätten die Streckenergebnisse mit 79.036 und 80.151 Stück Schwarzwild noch höher gelegen.

Vogelsänger zeigte sich überzeugt davon, dass die guten Streckenergebnisse mit der Erlegungsprämie zusammenhängen, die seit Beginn des Jagdjahres 2016/2017 gewährt wird. Jäger erhalten seitdem 20 Euro für zusätzlich erlegtes Schwarzwild in den Landkreisen Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Spree-Neiße und Cottbus. Fakt ist jedoch, dass es immer mehr Wildschweine gibt – und zwar deutschlandweit. Die vergangenen Winter waren so mild, dass es zu Vermehrungsraten von bis zu 300 Prozent kam und meist alle Frischlinge die kalte Zeit überlebten. In einem Blogbeitrag hatten zwei Jäger erst vor Kurzem ausführlich begründet, warum selbst 25 Euro Prämie die „so bitter nötige Saujagd“ nicht reizvoller machen könnten (wir berichteten).

Da es angesichts enormer Strecken teilweise schon zu einem Überangebot an Wildbret kommt (wir berichteten), hat der mecklenburg-vorpommersche Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus den Verbrauchern jetzt den Genuss von Wildfleisch zu Weihnachten schmackhaft gemacht. „Es gab Zeiten, da war dem einfachen Volk der Genuss von Wildfleisch verboten“, sagte der SPD-Politiker laut einer Pressemitteilung. Heute aber habe „jeder die Möglichkeit, sich etwas besonders Gutes zu gönnen“. Backhaus wies auf die optimale Qualität des Wildbrets hin: „ Hoher Vitamin- und Mineralstoffgehalt, geringer Fettanteil, hoher Eiweißanteil – das sind Vorzüge des Wildfleisches.“ 

Auch Einkaufstipps verriet der Minister: „Das frischeste Wild gibt es beim Jäger vor Ort.“ Die Landesforstverwaltung und die Forstämter seien allerdings ebenfalls gute Anlaufstellen. Wer sich auch außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns mit Wildbret versorgen möchte, erhält vom Deutschen Jagdverband zahlreiche Informationen auf der Seite „Wild auf Wild“. Dort gibt es auch eine Suchfunktion für Wildbretanbieter direkt aus Ihrer Nähe.

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!