Schweiz will Schutz des Wolfs lockern

Der Wolf könnte in der Schweiz bald zur jagdbaren Art erklärt werden. Der Schweizer Bundesrat will dazu einen Antrag beim Europarat einreichen.

Wolf mit offenem Maul

Seitdem der Wolf in der Schweiz eingekehrt ist, diskutieren Bund, Kantone, Jäger und Umweltschützer über den Umgang mit diesem – vor allem, da Landwirte vermehrt mit Angriffen auf ihre Viehherden konfrontiert werden (wir berichteten). Jetzt scheinen sich die Räte geeinigt zu haben. Wie die Luzerner Zeitung berichtet, soll der Schutzstatus des Raubtiers von „streng geschützt“ zu „geschützt“ herabgesenkt werden – vergleichbar mit dem Steinbock oder Luchs. Ein entsprechender Antrag wird vom Eidgenössischen Umweltdepartement (UVEK) bis Ende Juli 2018 beim Europarat eingereicht.

Die Besonderheit: Dem Bericht zufolge will der Bundesrat nicht nur der Schutzstatus des Wolfs, sondern auch weiterer geschützter Tierarten lockern, wie den des Höckerschwans. „Je nach Debatte im Parlament können noch weitere Tierarten wie Biber oder Luchs dazukommen“, heißt es vom Bundesrat. Sofern – trotz Präventionsmaßnahmen – große Schäden angerichtet oder Menschen gefährdet werden, sollen zudem nicht nur einzelne Tiere, sondern gesamte Bestände entnommen werden dürfen, „ohne, dass die Population dabei gefährdet werde“. Anders als bisher würde die Entscheidung zur Entnahme geschützter Tiere nicht mehr beim Bundesamt für Umwelt (BAFU), sondern bei den einzelnen Kantonen liegen.Ein konkreter Schaden müsste nicht mehr nachgewiesen werden.

Pro Natura, WWF Schweiz und BirdLife Schweiz lehnen die Pläne des Bundesrates ab. In einer Stellungnahme kritisieren sie, dass die geplante Dezimierung von Beständen geschützter Arten auch ohne konkrete Schäden möglich sein soll und bezeichnen diese Entwicklung als Rückschritt. Ebenfalls kritisch sehen sie die Neuerung bei den Abschusskompetenzen. „Das ist gefährlich und unzweckmäßig, denn große kantonale Diskrepanzen beim Umgang mit geschützten Arten sind vorprogrammiert“, heißt es in einer Pressemitteilung. Zudem würden die positiven Einflüsse von Wolf sowie Luchs auf die Gesundheit von Wald und Wild oder des Bibers auf die Biodiversität politisch auf der Strecke bleiben.

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