Schweizer Jagdgegner gehen in die Offensive

Sie sägen Hochsitze an und laufen den Jägern quasi vor die Flinte: Die Züricher Jagd ist im Visier militanter Jagdgegner.

Umgestürzter Hochsitz

Symbolbild

Im Schweizer Kanton Zürich formiert sich ein umfangreicher Protest gegen die Jagd: Immer mehr Jäger melden, dass militante Tierrechtler in ihren Revieren aktiv sind. Wie 20min.ch berichtet, kommt es in den Wäldern zunehmend zu gefährlichen Situationen. Zum einen sabotieren die Jagdgegner dem Bericht zufolge Hochsitze, indem sie diese an- oder absägen. Zum anderen stören immer mehr von ihnen aktiv den Jagdbetrieb: Sie laufen den Jägern quasi vor die Flinte, wie Urs Philipp, Chef der Züricher Jagdverwaltung, mitteilt.

Angesichts des zunehmenden Protests hat der Züricher Jagdverein ein Rundschreiben an seine Mitglieder herausgegeben. Darin wird dazu aufgerufen, möglichst besonnen auf solche Aktionen zu reagieren. Statt sich provozieren zu lassen, sollen die Jäger das Gespräch suchen. Wenn das nichts bringt, könne man die Störenfriede anzeigen. Denn die absichtliche Störung des Jagdbetriebs ist strafbar.

Die Tierpartei Schweiz hatte erst kürzlich die Initiative „Wildhüter statt Jäger“ eingereicht. Demnach sollen die Bürger in Zürich darüber abstimmen können, ob die Jagd durch Privatleute im Kanton Zürich verboten werden soll. „Hobby- und Milizjäger“, wie die Tierpartei sie nennt, sollen aus ihrer Sicht keine Wildtiere mehr erlegen dürfen. Stattdessen sollen Wildhüter ein „sanftes“ Wildtiermanagement betreiben. Im Kanton Genf gibt es dieses System bereits und kostet den Steuerzahler jährlich Millionen.

Mit Hinblick auf die Jagdgegner-Initiative der Tierpartei hatten die Behörden in Elgg im Kanton Zürich vergangene Woche den Bau eines Schwarzwildgatters auf Eis gelegt (wir berichteten). Das Gatter war als Übungsanlage für Jagdhunde geplant, die dort lernen sollten, wie sie Schwarzwild möglichst unversehrt aufspüren und stellen können.

Inwiefern zwischen der öffentlichen Stimmungsmache durch die Tierpartei und den Aktionen der militanten Tierrechtler ein Zusammenhang besteht, ist noch unklar. Dem Bericht zufolge distanzierte sich die Tierpartei auf Anfrage von den Jagdgegner-Aktionen.

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