Schwerer Stand für Schwedens Jagdgegner

Rechtzeitig zum Beginn der Elchjagd belegt eine repräsentative Umfrage: Immer mehr Schweden, aktuell 80 Prozent, befürworten die Jagd und essen gerne Wildfleisch.

Elch auf Bahnschienen

Foto: Dieter Hopf

Seit Jahren untersucht die staatliche Landwirtschaftsuniversität die Akzeptanz von Jagd und Jägern in der Bevölkerung Schwedens. Heuer hat die Zustimmung mit rund 80 Prozent ein neues Hoch erreicht. Obwohl Jagdgegner und Tierrechte-Organisationen auch im Königreich sehr präsent sind.

Am „Elchfieber“, das alle Jahre wieder mit dem Aufgang der Elchjagd ausbricht, kann Stimmungsmache offenbar nichts ändern. Zur ersten Jagdwoche scheint es in ländlichen Regionen nichts Wichtigeres zu geben. Viele Betriebe laufen auf Sparflamme. Wer es irgendwie einrichten kann, ist nicht am Schreibtisch, sondern im Wald, als Jäger oder Helfer.

Kein Wunder: Elchfleisch gibt es kaum in Handel. Wer davon abhaben will, muss mit auf die Jagd. Dabei ist die Verbraucher-Akzeptanz des Wildbrets in Skandinavien enorm hoch, bestätigt auch die neue Untersuchung. Zugleich wird die Ware immer knapper: Um rund ein Drittel ist in den südlichen Landesteilen das durchschnittliche Schlachtgewicht seit der 1970er-Jahre gesunken.

Ähnlich düster sieht es in den Wolfsregionen aus: Die Zuteilung innerhalb der Jagdgesellschaften ist deutlich kleiner geworden. Gab es früher einen halben erwachsenen Elch oder ein Kalb pro Mitglied ist es heute oft „nur“ noch ein halbes Kalb. Das Nachsehen hat da häufig die Großstadt-Verwandtschaft, die früher den einen oder anderen Braten abbekam.

Landwirtschaft und Jagd gehören zusammen

Dass es solche Probleme auf die vorderen Seiten der großen Zeitungen und ins Fernsehen schaffen, ist auch typisch Schweden. Bisher scheiterten dort alle Versuche, die Jägerkurse an einigen Schulen abzuschaffen, am Widerstand von Eltern und Schülern. Auch Gewerkschaften bieten das Jägerexamen in ihren Freizeitprogrammen. Landwirtschaft und Jagd gehören zusammen seit dem Ende der Feudalherrschaft.

Verstärkt haben den Hype in diesem Sommer zusätzlich noch Fotos und Filme vom weißen Elch im mittelschwedischen Värmland (wir berichteten). Der kapitale Albino-Bulle wird die Herbstjagd übrigens ziemlich sicher überleben: Unter Federführung des Jagdverbands fiel die Entscheidung in der Region, das Tier zu schonen. Trotz einem Schlachtgewicht von mindestens fünf Zentnern. Hier der Link zum Video:

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