„Tiermörder“-Vorwürfe: Bauernkinder werden zunehmend schikaniert

Präsident des niedersächsischen Kinderschutzbundes spricht angesichts vermehrter Vorfälle von einer „Katastrophe“.

Bauernkind

Unglaublich, aber offenbar leider wahr: Bauernkinder müssen sich immer öfter Sprüche wie „Dein Vater ist ein Tiermörder“ anhören. Die Nordwest-Zeitung berichtete jetzt von einem regelrechten Mobbing, dem immer mehr Kinder aus landwirtschaftlichen Betrieben ausgesetzt seien. Von einer „Katastrophe“ sprach der Präsident des niedersächsischen Kinderschutzbundes, Johannes Schmidt.

„Viele Eltern wenden sich über Sorgentelefone verzweifelt an den Kinderschutzbund“, sagte Schmidt der Zeitung. Diese Angriffe auf Kinder seien „einfach nur beschämend“. In Schulen müssten die Bauernkinder es immer wieder ertragen, dass ihre Eltern als Mörder bezeichnet würden. Schmidt zufolge handelt es sich um ein flächendeckendes Problem in Niedersachsen, das aber insbesondere in Regionen mit einer großen Zahl an Tierzuchtbetrieben vorherrsche.

Niedersachsens grüner Landesagrarminister Christian Meyer äußerte sich laut dem Zeitungsbericht entsetzt und erklärte: „Unsere Landwirte sind keine Tierquäler oder Giftspritzer, sondern bemühen sich im Rahmen der geltenden Gesetze um eine nachhaltige Landwirtschaft.“ Kinderschutz-Präsident Schmidt forderte, Politiker und Bürgermeister müssten „das heiße Thema endlich anpacken“.

In einem Kommentar bezeichnete die Nordwest-Zeitung das Problem als „beschämend“. Bauern und ihre Kinder dürften nicht zum „Opfer rhetorischer Grabenkriege“ werden. Weiter heißt es: „Ein gerütteltes Maß an Schuld trifft sogenannte Tierschutzorganisationen, die mit sensationsheischenden Fotos und Videosequenzen geschundener Kreaturen die Emotionen aufputschen.“

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