„Tierschützer“ gehen als Pelz-Polizei auf Streife

2014 sorgte die sogenannte „Sharia-Polizei“ in Wuppertal für enormes Aufsehen und ein politisches Nachspiel. Jetzt nutzen vermeintliche Tierschützer ein ähnliches Auftreten, um über Pelz aufzuklären.

Wintermütze mit Pelz

„Viele wissen nicht, dass der angebliche Kunstpelz an der Jacke oder der Mütze tatsächlich echt ist“. Mit diesen Worten erklärt Jennifer Schöpf vom „Tierschutzbüro e.V.“ dem Reporter der WAZ ihre Aktion in der Essener Innenstadt. Mit ihrem Kollegen läuft sie „Streife“. Die Kleidung in grau-blau erinnert schon vom Aussehen stark an die echte Polizei. Nur der Schriftzug auf dem Rücken weist die beiden als „Fake“ aus, als „Pelz-Polizei“. Ihr Ziel: Aufklärungsarbeit.

Zusammen sprechen die beiden Passanten an und testen bei Zustimmung, ob es sich beim vermeintlichen Kunstpelz an der Jacke um echten Pelz handelt. Schnell ist eine Frau gefunden, die sich dem Bericht zufolge sicher ist, Kunstpelz zu tragen. Weit gefehlt verrät der Feuertest. Das entnommene Haar fängt „sofort an zu kokeln und riecht verbrannt. So, als wenn man sich zu heiß die Haar föhnt“, schreibt die WAZ.

Auch bei einem Händler werden die „Tierschützer“ fündig und prüfen einen pelzigen Schlüsselanhänger. Er habe nicht gewusst, dass er Produkte mit echtem Pelz verkaufe, heißt es und beteuert, die Ware zurückzuschicken.

In den Kommentaren unter dem Artikel kommt die Aktion gar nicht gut an. Auch wenn viele die Pelzproduktion in China oder anderen Ländern nicht gutheißen, hinterlässt das Auftreten als „Polizei“ einen faden Beigeschmack. Ein Großteil fühlt sich an die „Sharia-Polizei“ erinnert. So kommentiert ein Nutzer: „Das selbst Tierschüzter auf den Zug der Sittenpolizei der Salafisten, wie in Wuppertal geschehen, aufspringen ist armselig und lässt an der Seriösität des Schutzvereins erhebliche Zweifel aufkommen.“ Ein anderer meint: „Egal ob Sharia, Pelz, Fleisch oder sonstwas... Es ist unmöglich wie viele Leute draußen rum laufen und meinen der Bevölkerung Ihren Extremismus nahe zu bringen.“

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