Trotz 60 Rudeln: „Ungünstige Erhaltungssituation“

Das Bundesamt für Naturschutz hat eine neue Erhebung zu den aktuellen Wolfsvorkommen in Deutschland präsentiert.

Wölfe

Deutschlandweit gibt es aktuell insgesamt 60 Wolfsrudel. Das geht aus einer neuen Erhebung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf hervor. BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel sprach dennoch von einer „insgesamt ungünstigen Erhaltungssituation“ des Wolfs.

Laut einer Pressemitteilung des Bundesamtes stieg die Zahl der von den Bundesländern bestätigten Rudel im Vergleich zum vorherigen Monitoringjahr um 13 an. Die Vorkommen konzentrieren sich weiterhin vor allem auf das norddeutsche Tiefland, das sich von der sächsischen Lausitz in nordwestlicher Richtung über Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis nach Niedersachsen erstreckt.

Das BfN wies darauf hin, dass die Zahl der Wolfspaare im selben Zeitraum von 21 auf 13 und die Zahl der sesshaften Einzelwölfe von vier auf drei gesunken sei. Konkrete Angaben zur Gesamtzahl der Wölfe in Deutschland machte die Behörde nicht. Präsidentin Prof. Beate Jessel erklärte vielmehr, die Art weise „noch immer eine insgesamt ungünstige Erhaltungssituation auf“. Vor allem der Straßenverkehr gefährde den Wolf in seinem Bestand, außerdem stellten illegale Abschüsse ein erhebliches Problem dar. Von den 201 Wölfen, die seit dem Jahr 2000 in Deutschland tot aufgefunden wurden, seien 140 durch den Straßenverkehr ums Leben gekommen und 26 illegal getötet worden. Im Gegensatz zur BfN-Präsidentin hatte der Deutsche Jagdverband in der vergangenen Woche unter Berufung auf einen Experten feststellt, dass der mitteleuropäischen Wolfspopulation ein „günstiger Erhaltungszustand“ bescheinigt werden kann (wir berichteten).

„Die Rückkehr des Wolfes stellt uns in unserer heutigen Kulturlandschaft vor eine besondere gesellschaftliche Herausforderung“, erklärte Jessel weiter. „Die Angst der Menschen vor direkten Begegnungen und die Sorgen der Weidetierhalter müssen wir sehr ernst nehmen. Wir unterstützen mit wissenschaftlich fundierten Beiträgen und Handlungsempfehlungen zum Wolf und informieren so die Bundesländer, bei denen in Sachen Wolf die Vollzugshoheit liegt.“

Erst vor zwei Wochen hatte das Bundesamt für Naturschutz reichlich Verwirrung gestiftet und jede Menge Kritik geerntet, nachdem im Vorfeld der Umweltministerkonferenz amtliche Handlungsempfehlungen bekannt geworden waren. Eine Pressekonferenz des BfN wurde im allerletzten Moment abgesagt (wir berichteten).

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