Überhöhte Rotwildbestände gefallen Remmel nicht

Nordrhein-Westfalens scheidender Umweltminister trifft Einigung mit Jägern und Waldbauern aus seiner Heimatregion.

Rotwild

Foto: Dieter Hopf

Der abgewählte nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) kümmert sich noch einmal intensiv um seinen heimatlichen Kreis Siegen-Wittgenstein. Das Landesumweltministerium einigte sich jetzt mit Waldbesitzern und Jägern aus der Region auf ein gemeinsames Vorgehen zur Regulierung der Rotwildbestände. So sollen die Schäl- und Verbissschäden reduziert werden.

Der verheerende Orkan Kyrill habe vor rund zehn Jahren über Nacht große Teile der Region verändert, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises. Ganze Wälder seien verschwunden und große Lichtungen entstanden. Für das Rotwild bildeten sich dadurch hervorragende Äsungs- und Einstandsmöglichkeiten, was zu einer spürbaren Ausbreitung geführt habe. Angesichts der Zunahme bei den Schäl- und Verbissschäden hätten sich die bisherigen Bejagungsmethoden als nicht mehr ausreichend gezeigt, betonte der Kreis.

Umweltminister Remmel einigte sich nun mit dem Kreis Siegen-Wittgenstein, der Rotwildhegegemeinschaft Siegerland-Nord, dem Waldbauernverband NRW und dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW auf ein Pilotprojekt zur Bewirtschaftung des Rotwildes. Ziel der Vereinbarung ist es laut der Pressemitteilung, zunächst die Höhe des Rotwildbestandes möglichst genau zu bestimmen und sie dann „in einem überschaubaren Zeitraum an die Lebensraumkapazität anzupassen“.

Der leitende Forstdirektor Diethard Altrogge erklärte: „Eine vernünftige Waldwirtschaft mit Verjüngung, Stabilität und Struktur auf großer Fläche ist nur mit angepassten Wildbeständen möglich.“ Landrat Andreas Müller zeigte sich zuversichtlich: „Wenn Waldbesitzer und Jägerschaft sich dieser Aufgabe gemeinsam widmen, kann ein Erfolg in wenigen Jahren nicht ausbleiben.“ Noch-Umweltminister Remmel schaffte es nicht mit einem Zitat in die Pressemitteilung des Kreises.

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