Umweltministerium torpediert Gänsemanagement

Mit seinem Veto könnte Deutschland einen „Europäischen Managementplan“ für Grau- und Weißwangengänse stoppen.

Graugans

Das deutsche Bundesumweltministerium (BMU) will mit seinem Veto einen „Europäischen Managementplan“ für Grau- und Weißwangengänse stoppen. Über den Plan will das „Abkommen zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel“ (AEWA) nach jahrelangen Verhandlungen bei einem Treffen in den Niederlanden in wenigen Tagen entscheiden.

Grund für die Ablehnung ist die nach dem Plan mögliche Bejagung. Trotz deutlich angewachsener und noch weiter zunehmender Bestände der beiden Gänsearten und damit auch zunehmender Schäden in der Landwirtschaft lehnt das zuständige Referat im BMU die Jagd als nicht erforderlich ab. Der Referatsleiter ist für seine die Jagd ablehnende Haltung bekannt. Eine Bejagung ist sowohl nach der EU-Vogelschutzrichtlinie als auch nach der Berner Konvention zulässig. Graugänse werden auch bereits in Deutschland bejagt.

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Die ablehnende Haltung des BMU kann dazu führen, dass die Managementpläne trotz breiter Zustimmung unter den Vertragsparteien gekippt werden. Unklar ist, ob das BMU das Landwirtschaftsministerium (BMEL) beteiligt hat. Nach der gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesregierung wäre das Landwirtschaftsministerium zu beteiligen, da Jagd und Landwirtschaft betroffen sind. Bereits im vergangenen Jahr war es zu einem Eklat zwischen den Ministerien gekommen, da das BMU sich bei der Europäischen Kommission für eine Erschwerung der Trophäeneinfuhren stark gemacht hatte, ohne das BMEL vorher zu beteiligen. Das Umweltministerium entsprach damit den Forderungen deutscher Tierrechtsorganisationen, die bei dem zuständigen Referatsleiter ein und aus gehen.

Abkommen zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel

Das „Abkommen zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel“ (AEWA) ist ein Regionalabkommen der „Konvention zum Schutz wandernder Tierarten“. Das Sekretariat sitzt im UN-Campus in Bonn. Dieser internationale Vertrag schützt über 250 Wasservogelarten in einem Gebiet, das 40 Prozent der Erde abdeckt.

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