Unbekannte sabotieren Fallen für Wolfsmischlinge

Die Bemühungen, die „Ohrdrufer Mischlingswölfe“ einzufangen, werden offenbar von unbekannten „Tierschützern“ torpediert.

Jungtier

Symbolbild

Unbekannte Täter sabotieren in Thüringen offenbar die Bemühungen, die sogenannten „Ohrdrufer Mischlingswölfe“ einzufangen. Gegenüber dem MDR erklärte eine Tierärztin jetzt, „selbsternannte Tierschützer“ würden die aufgestellten Fallen absichtlich auslösen, um so das Einfangen der Mischlinge zu verhindern.

Erst vor wenigen Tagen war die Frist, die sich das Thüringer Umweltministerium zum Einfangen der Tiere gesetzt hatte, ergebnislos abgelaufen. Daher sollen nun noch mehr Fallen angeschafft werden (wir berichteten). Laut dem MDR-Bericht wurden die bisher genutzten Vorrichtungen auf dem Truppenübungsplatz in Ohrdruf erstmals Journalisten präsentiert. Dabei beklagte die betreuende Tierärztin Sylvie Lindisch die Sabotage durch Unbekannte. Die „selbsternannten Tierschützer“ bewirkten jedoch das Gegenteil des eigentlich Beabsichtigten: Denn nur in Gefangenschaft hätten die jungen Mischlingswölfe laut Lindisch eine Überlebenschance. Zudem begäben die unbekannten Täter sich selbst durch das Betreten des Militärgeländes in Lebensgefahr.

Die Tierärztin überprüft dem Bericht zufolge drei bis vier Mal pro Woche die Fallen, die mit abgenagten Hirschknochen präpariert sind und einen Handy-Alarm auslösen, wenn ein Tier hineingetappt ist. Bisher seien statt den Mischlingswölfen jedoch nur Wildkatzen, Hunde und Greifvögel in den Fallen gelandet.

Weil die Mischlinge bald geschlechtsreif werden und außerdem der Start in die Weidesaison für Schafe und Ziegen bevorsteht, drängt die Zeit. Eine Referentin aus dem Thüringer Umweltministerium sagte dem MDR, es sei davon auszugehen, dass sich alle Hybriden noch auf dem Übungsplatz befänden und und man sie aus Gründen des Artenschutzes bald fangen oder töten müsse.

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