Gemüse

Unternehmen entwickelt Preisschild für die Umwelt

Die Gurke aus Spanien für 39 Cent, Speisekartoffeln für 1,79 Euro – Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis unserer Lebensmittel. Doch wie hoch ist ihr wahrer Wert, wenn sich auch bei der Produktion entstehende Schäden an der Natur darin niederschlagen würden? Das ermittelt das britische Unternehmen Trucost laut eines Berichts von Spiegel Online. Das Ergebnis: Wird berücksichtigt, wie viele Umweltressourcen ein Lebensmittel verbraucht, müsste das Stück Käse rund einen Euro mehr kosten, eine Packung Müsli rund 50 Cent teurer sein.

„Das Kapital der Natur ist gratis zu haben und wird deshalb oft unterschätzt“

Trucost hat mathematische Modelle erstellt, mit denen diese zusätzlichen Kosten für Umweltzerstörung und -verschmutzung berechnet werden können. Berücksichtigt werden dabei zum Beispiel der Wasserverbrauch oder der Ausstoß von Chemikalien oder Gasen. So kostet beispielsweise der Liter Wasser in deutschen Anbaugebieten weniger als in wüstenartigen Ländern wie Saudi-Arabien. Ziel sei es, dass Unternehmen mithilfe dieser Informationen ihre Produktionsprozesse optimieren, Investoren Umweltrisiken abschätzen und Wissenschaftler die Abhängigkeit der Wirtschaft von natürlichen Ressourcen besser erforschen können, heißt es in dem Artikel weiter.

„Das Kapital der Natur ist gratis zu haben und wird deshalb oft unterschätzt“, sagt Richard Mattison, Geschäftsführer von Trucost. „In Regionen, in denen viel Wald gerodet wurde, gab es zum Beispiel schlimme Dürren. Die Konsequenz dieser Dürren war, dass man reales Geld ausgeben musste, Finanzkapital, weil man Naturkapital verloren hat“, macht er den Zusammenhang zwischen natürlichen Ressourcen und real investiertem Geld deutlich.

Daran gebe es laut Artikel aber auch Kritik. So sei es schwierig, der Umwelt ein Preisschild zu verpassen. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass der Naturschutz wirtschaftlichen Aspekten zumeist untergeordnet werde.

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