Verantwortungslosigkeit lässt Jäger verzweifeln

Ein Jagdpächter aus NRW führt Buch über verletzt oder tot aufgefundene Wildtiere in seinem Revier – die Häufung der Fälle entsetzt ihn.

Hund

Symbolbild: 947051

Nachdem er am Wochenende ein schwerstverletztes Rehkitz von seinen Qualen erlösen musste, hat sich ein Jagdpächter aus dem nordrhein-westfälischen Dorsten Luft gemacht über die Verantwortungslosigkeit seiner Mitmenschen. Seit Beginn des Jagdjahres am 1. April sei dies der zehnte dokumentierte Wildverlust in seinem Revier, der mittelbar oder unmittelbar von Menschen verursacht worden sei, sagte der Jäger der Recklinghäuser Zeitung.

Dem Bericht zufolge wurde am Sonntag ein Rehkitz gefunden, das offenbar ein freilaufender Hund schwerstens verletzt hatte. Der Hundebesitzer hatte sich mit seinem Tier aus dem Staub gemacht. „Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass so etwas passieren kann“, sagte der Jäger, der das Kitz erlösen musste und inzwischen Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet hat.

Seit Beginn des Jagdjahres führt der Mann eine Art Tagebuch über alle Fälle, in denen Wildtiere aus seinem Revier entweder durch Autos angefahren oder von Hunden attackiert wurden. „Ich bin so weit, dass ich mir ernsthaft überlege, ob ich diese Tätigkeit noch weiter ausführen soll“, zeigte er sich gegenüber der Zeitung entsetzt. Denn immer wieder scheuchten Erholungssuchende abseits der Wege das Wild auf und seien somit dafür verantwortlich, dass dieses in Panik auf eine nahegelegene Bundesstraße laufe. Mehrere weitere dokumentierte Fälle gingen dem Jäger zufolge auf das Konto rücksichtsloser Hundebesitzer. Er habe selbst schon einmal miterleben müssen, wie ein Windhund eine Ricke gerissen und zum Teil verschlungen habe. Grundsätzlich gelte, dass Hundebesitzer für das Verhalten ihrer Tiere verantwortlich seien. Leider hätten Hunde jedoch – im Gegensatz zu Wildtieren – eine „große Lobby“.

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