Verbände setzen sich gemeinsam für Greifvögel ein

Nest- und Brutbaumzerstörungen: Der Deutsche Jagdverband und der Deutsche Falkenorden kritisieren die Energiewende auf Kosten des Artenschutzes.

Zwei Windräder

Foto: Holger Langmaier

Durch erneuerbare Energien sollen Ressourcen geschont und ein wichtiger Beitrag zum Klima- und Umweltschutz geleistet werden, wie etwa durch Stromerzeugung durch Windenergie. Der Bau von Windkrafträdern erfolgt allerdings auch auf Kosten des Artenschutzes. Der Deutsche Jagdverband und der Deutsche Falkenorden fordern daher einen besseren Schutz der gefährdeten Horste und eine konsequente Strafverfolgung, heißt es in einer Pressemitteilung.

Insbesondere in Planungsgebieten für Windkraftanlagen komme es vermehrt zu Nest- und Brutbaumzerstörungen streng geschützter Vogelarten. Der Grund: Die Zulassung der Anlagen ist für die Grundbesitzer und Betreiber an bestimmte Auflagen gebunden. Werden geschützte Arten in den geplanten Windenergieparks festgestellt, wird die Zulassung erschwert. Im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg versuchte etwa ein Windradbetreiber die Ansiedlung seltener Rotmilane in der Nähe der Windenergieanlagen durch massive Störungen zu verhindern (wir berichteten).

Rotmilane,  Seeadler, Schwarzstörche, Baumfalken, Schreiadler oder auch der Uhu sind betroffen. „Schreiadler und Rotmilane sind ebenso schützenswerte Arten wie der Wolf“, sagt DFO-Bundesvorsitzender Hans-Albrecht Hewicker. Das Zerstören von Nestern ist keine Ordnungswidrigkeit, „es ist eine Straftat, und diese Straftat muss härter verfolgt werden“, betont er. Bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe sind dafür ausgesetzt, allerdings sei die Aufklärungsrate sehr gering. Da nur regionale Medien über Vorfälle von Nestzerstörungen und illegalen Tötungenberichten, bleibe das gesamte Ausmaß unerkannt, heißt es in der Pressemitteilung.

Allein in den Jahren 1995 bis 2009 sei der Rotmilan-Bestand um 15 Prozent zurückgegangen. Nicht nur das bewusste Zerstören der Nester und Brutbäume führe dazu, sondern auch Kollisionen der Greifvögel mit den Windanlagen. „Es kann nicht sein, dass die Energiewende auf dem Rücken der heimischen Artenvielfalt ausgetragen wird“, kritisiert DJV-Präsident Hartwig Fischer.

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