Vergiftete Greifvögel: Mutmaßlicher Täter ermittelt

Nach dem Fund mehrerer toter Greifvögel im Kreis Cloppenburg ist offenbar der mutmaßliche Täter ermittelt worden: ein örtlicher Jagdscheininhaber. Damit scheint sich ein schlimmer Verdacht zu bestätigen.

Tote Greifvögel und Köder

Foto: Ludger Frye (Nabu) / Tote Greifvögel und Köder

Nachdem in der Gemeinde Cappeln (Kreis Cloppenburg) in der vergangenen Woche neun vergiftete Greifvögel entdeckt wurden, fiel der Verdacht schnell auf die örtliche Jägerschaft (wir berichteten). Nun hat sich dieser Verdacht offenbar bestätigt: Wie Dirk Wichmann von der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta bestätigte, hat die Polizei bei einem örtlichen Jagdscheininhaber eine Hausdurchsuchung durchgeführt und Beweismittel gesichert.

In dem Areal in Cappeln, in dem die toten Bussarde und Habichte gefunden wurden, hatte die Polizei zuvor zahlreiche Köder in Form von toten Vögeln und Eiern sichergestellt. Nun wird untersucht, ob zwischen den Beweismitteln beim örtlichen Jagdscheininhaber und den gefundenen Ködern eine Verbindung besteht – die Ermittlungen dauern an.

Seitdem sich der Verdacht erhärtet hat, dass ein Jagdscheininhaber die sieben Mäusebussarde und zwei Habichte getötet haben könnte, gibt es wütende Reaktionen von Jägern im Netz. Viele nutzen soziale Medien, um ihrem Ärger Luft zu machen oder sich vehement vom mutmaßlichen Täter zu distanzieren. „Ich finde es sehr schade, dass dieser Jagdscheininhaber als Jäger bezeichnet wird...“, kommentiert etwa ein Facebook-Nutzer. Ein anderer könne sich mit solchen „Jägern“ nicht identifizieren, der Täter sei für ihn nur „irgendein krimineller Jagdscheininhaber“. Eine weitere Nutzerin meint: „Es ist eine Schande!“ Sie bedauert, dass diese Geschichte wieder einmal genutzt werde, um gegen die komplette Jägerschaft zu wettern.

Tatsächlich hatte der Nabu die Waidmänner bereits öffentlich unter Generalverdacht gestellt, bevor die Polizei den mutmaßlichen Giftleger überhaupt identifiziert hatte. In einer Pressemitteilung hatte der Nabu-Kreisvorsitzende im Landkreis Vechta gefordert, die Jagdscheine aller in dem Revier tätigen Jäger einstweilig einzuziehen.

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