Vergiftete Greifvögel: Nabu stellt Jäger unter Generalverdacht

Nach dem Fund mehrerer toter Greifvögel im Kreis Cloppenburg fordert der Nabu, allen örtlichen Jägern die Jagdscheine zu entziehen.

Ludger Frye, der NABU-Kreisvorsitzende im Landkreis Vechta

Ludger Frye, Nabu-Kreisvorsitzender im Landkreis Vechta (Foto: Nabu/Ludger Frye)

Nach der Entdeckung von neun toten Greifvögeln in der Gemeinde Cappeln (Kreis Cloppenburg) scheint für den Nabu bereits festzustehen, wer einzig und allein für den „noch nicht dagewesenen Fall von Umweltkriminalität“ infrage kommt. Unter Generalverdacht stellt die Naturschutzorganisation per Pressemitteilung alle örtlichen Jäger.

Laut Nabu wurden auf einem fünf Hektar großen Areal in Cappeln insgesamt sieben Mäusebussarde und zwei Habichte vergiftet aufgefunden. In verschiedenen Bereichen seien zahlreiche mit Gift bestrichene Ringeltauben sowie Hühnereier mit Injektionslöchern entdeckt worden. Auch Haustauben-, Fasanen-, Enten- und Hasen-Kadaver hätten blau eingefärbt ausgelegen. „Da schrillten bei mir sofort die Alarmglocken“, sagte Ludger Frye, der Nabu-Kreisvorsitzende im Landkreis Vechta. Seine Organisation fordere „die Landesjägerschaft zur Mithilfe bei der Aufklärung des Falles auf“, heißt es in der Pressemitteilung. Zudem müsse eine „Stabsstelle Umweltkriminalität“ eingerichtet werden. Und dann der Höhepunkt: „Bis zur Aufklärung des Falles fordert der Nabu weiterhin die einstweilige Einziehung der Jagdscheine von allen im Revier tätigen Jägern.“ Was nicht weniger ist als eine Forderung nach „Sippenhaft“ und die Möglichkeit völlig außer Acht lässt, dass der oder die Täter in anderen Kreisen zu finden sein könnten.

„Die abgelegene Fundsituation und die offensichtliche Erkennbarkeit deuten klar auf die Verursacher hin“, erklärte „Ermittler“ Frye weiter. Keiner der örtlichen Jäger könne „das Ausmaß der toten Vögel übersehen haben“. Unterschiedlich alte Köder und Opfer deuteten auf einen langen Zeitraum des Auslegens hin. „Nichts, was hier einmalig geschieht“, betonte der Nabu-Kreisvorsitzende. „Deshalb fordert der Nabu sofort die einstweilige Einziehung der Jagdscheine von allen im Revier tätigen Jägern, bis der gesamte Straftatbestand und die persönlichen Verantwortlichkeiten aufgeklärt sind!“

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