Wolf mit Welpe

Foto: Dieter Hopf

Viel Wolfsnachwuchs erwartet – Jäger und Landnutzer kritisieren „Naivität“

Die Jäger in Brandenburg rechnen beim Wolf in diesem Jahr mit einem Zuwachs von bis zu 30 Prozent des derzeitigen Bestandes. Daher sei eine Zunahme von Nutztierrissen und Wolfsbegegnungen zu erwarten, erklärt der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) in einer Pressemitteilung.

Für das vergangene Wolfsjahr 2015/16 habe das brandenburgische Agrar- und Umweltministerium 45 Welpen bestätigt, im Jahr zuvor seien es noch 41 gewesen. Da die Wölfinnen zurzeit in Höhlen ihre Jungen säugen, halte man sich mit Prognosen für dieses Jahr bisher noch zurück. LJVB-Pressesprecher Jens Uwe Schade sagte: „Wir rechnen jedoch mit einer Zunahme.“ 

Udo Appenzeller, Präsidiumsmitglied des LJVB, erklärte: „Wer eins und eins zusammenzählen kann, ahnt, dass Begegnungen mit Wölfen zunehmen werden.“ In Skandinavien reibe man sich verwundert die Augen, mit welcher Naivität in Deutschland zum Teil die Ausbreitung der Wölfe beklatscht werde. „Denn für Fachleute steht fest, dass Wölfe, die die Scheu vor Menschen verlieren, früher oder später zum Problem werden können“, sagte Appenzeller.


„Momentan missbrauchen wir die Weidetierhalter als Versuchskaninchen“

Gernot Schmidt, Vorsitzende des Forums Natur Brandenburg


Das Forum Natur Brandenburg, ein Zusammenschluss von sechs Verbänden des ländlichen Raumes, kritisierte, dass die Politik – anders als der flügge werdende Wolfsnachwuchs – „in Deckung“ bleibe und die Landnutzer mit einer „Unzahl ungeklärter Fragen“ alleine lasse. „Momentan missbrauchen wir die Weidetierhalter als Versuchskaninchen und verschließen die Augen vor den Schadensdimensionen, die angesichts der Dynamik des Wolfsnachwuchses schnell auf uns zukommen werden„Momentan missbrauchen wir die Weidetierhalter als Versuchskaninchen sagte der Vorsitzende des Forums Natur, Gernot Schmidt, laut einer Pressemitteilung. Mit dem weiteren Anwachsen der Wolfspopulationen in Brandenburg werde sich der Fokus von den Schafhaltern schnell auch auf die Rinder- und Pferdehalter verschieben. „Dass der derzeit noch gültige Wolfsmanagementplan des Landes nicht einmal erwähnt, dass Rinder und Pferde ebenfalls potenzielle Beutetiere des Wolfes und damit gefährdet sind, verdeutlicht die vorherrschende Naivität im Umgang mit dem Wolf“, betonte Schmidt.

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