Weiterhin keine Schalldämpfer für Jäger in NRW

Auch nach dem Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen bleiben Schalldämpfer für Jäger wohl nur ein Wunschdenken. Das Innenministerium gibt sich auf Anfrage bedeckt.

Schalldämpfer auf der IWA

Viele Jäger in Deutschland dürfen bereits ihr Gehör und das ihrer Hunde effektiv schützen. Schalldämpfer für Jagdwaffen sind in immer mehr Bundesländern zur Jagd zugelassen. Auch in Nordrhein-Westfalen werden regelmäßig Anfragen an die zuständigen Behörden gerichtet. Bisher konnte die Nutzung allerdings fast ausschließlich vor Gericht erstritten werden. Obwohl die Jagd mit Schalldämpfern in NRW nicht verboten ist, werden waffenrechtliche Genehmigungen für Erwerb und Besitz regelmäßig verweigert. 

Vor der Landtagswahl kündigten CDU und FDP im Falle ihres Sieges eine umfassende Revision des Landesjagdgesetzes an. Das heftig umstrittene „Ökologische Jagdgesetz“ von Ex-Umweltminister Remmel (Grüne) solle auf den Prüfstand, hieß es. Viele Jäger hofften, diese Ankündigung würde auch eine eindeutige Regelung zum Thema Schalldämpfer einschließen. Diese Hoffnungen werden vorerst enttäuscht, wie Recherchen von Outfox World ergeben haben.

In einem uns vorliegenden Schreiben an den NRW-Innenminister Herbert Reul hat ein Jäger um Auskunft gebeten, wann Schalldämpfer für die Jagdausübung genehmigt würden. Das Land sei in diesem Fall „eines der Bundesschlusslichter“, pointiert er und verweist damit auf erfolgte Freigaben, wie zum Beispiel in Hessen (wir berichteten). 

Die Antwort des Innenministeriums NRW fällt ernüchternd aus. Es wird auf die „Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Waffengesetz (WaffVwV)“ verwiesen. Zur Genehmigung eines Schalldämpfers sei nach wie vor ein Bedürfnis nachzuweisen. Dieses käme nur in Ausnahmefällen in Betracht. „Das Vorliegen grundsätzlicher Ausnahmetatbestände“, also die generelle Anerkennung eines waffenrechtlichen Bedürfnisses für Dämpfer in Jägerhand, werde nicht erwogen. Bekannt sei weiterhin, dass andere Bundesländer von dieser „restriktiv formulierten Verwaltungsvorschrift“ abwichen. Eine Änderung der Praxis in Nordrhein-Westfalen ergebe sich dadurch „zur Zeit“ aber nicht.

Trotz mehrfacher Nachfrage der Redaktion stand das nordrhein-westfälische Innenministerium leider für keine Stellungnahme zur Verfügung.

Schalldämpfer schützen die Gesundheit

Befürworter der Technik argumentieren maßgeblich mit dem Gesundheitsschutz der Jäger. Schalldämpfer reduzieren den Mündungsknall der Jagdwaffe auf ein gesundheitlich unbedenkliches Maß (wir berichteten). Lautloses Schießen, wie etwa in Filmen dargestellt, ist damit dennoch nicht möglich, sodass für die Öffentlichkeit keine erhöhte Gefahr ausgeht. Europaweit dürfen viele Jäger Schalldämpfer benutzen. In Skandinavien werden sie mitunter freiverkäuflich gehandelt, auf den britischen Inseln ist ihre Verwendung durch Berufsjäger, strenger Waffengesetze zum Trotz, verpflichtend.

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