Wilderei fast in jeder dritten Unesco-Welterbestätte

Gefährdete und vom Aussterben bedrohte Tierarten finden in Unesco-Weltnaturerbestätten einen Lebensraum – allerdings sind sie auch da nicht vor Wilderern sicher. Das belegen neue Zahlen des WWF.

Nashorn

Foto: dieter55

In fast 30 Prozent der Unesco-Welterbestätten wird gewildert, illegal Holz geschlagen oder gefischt. Zahlreiche gefährdete Arten stehen kurz vor dem Aussterben. Das belegt der World Wide Fund For Nature (WWF) mit neuen Zahlen in seiner Studie „Not For Sale“.

Der WWF fordert jetzt zusätzliche und sofortige Maßnahmen, wie einen erhöhten Schutz und die Überwachung von Welterbestätten, mehr Ausbildung, eine bessere Umsetzung der Gesetze und den konsequenten Vollzug von Strafen. Dabei hofft die Schweizer Stiftung auf eine engere internationale Zusammenarbeit gegen den illegalen Handel mit Tier- und Pflanzenarten, heißt es in einer Pressemitteilung.

In 43 von insgesamt 203 Unesco-Welterbestätten würden bedrohte Tierarten gewildert, darunter Tiger, Elefanten und Nashörner – wie unter anderem im Nationalpark Garamba im Kongo. Zum Hintergrund: Zahlreichen gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Tiere bieten die Welterbestätten einen Lebensraum, wie beispielsweise 40 Prozent aller Afrikanischen Elefanten oder rund einem Drittel der wild lebenden Tiger. Auch der Vaquita, einer der kleinsten Wale der Welt, sowie das vom Aussterben bedrohte Java-Nashorn nutzen die Stätten als Rückzugrefugien, berichtet die Deutsche Welle. In 16 Stätten wurden Ebenholz und Palisanderholz unrechtmäßig geschlagen. Zudem wurde illegale Fischerei in 18 geschützten Meeresregionen festgestellt, heißt es weiter.

„Die Regierungen müssen ihre Anstrengungen erhöhen und die gesamte Kette des illegalen Handels angehen, bevor es zu spät ist“, warnte Marco Lambertini, Generaldirektor des WWF International. Lambertini macht dabei auf den gesamten Prozess der Wilderei aufmerksam – angefangen bei der Wilderei seltener Tiere und Pflanzen über den Transport bis zum Verkauf an die Konsumenten. Die Unesco, die Mitgliedsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens Cites, die nationalen Behörden, Nichtregierungsorganisationen und die Zivilgesellschaft müssten dabei eng zusammenarbeiten.

Zuletzt hatten sich die Mitgliedsstaaten der Cites ­­­– dem Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen ­­– zur 17. Konferenz in Südafrika getroffen, um über den Artenschutz gefährdeter Tierarten zu debattieren (wir berichteten).

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!