Wildschäden: Kein Schadensersatz ohne Schutzmaßnahmen

Der schleswig-holsteinische Landtag plant eine Änderung des Landesjagdgesetzes: Wer keine Bejagungsschneisen anlegt, soll keine Wildschadenvergütung mehr erhalten.

Jäger pirscht im Maisfeld

Foto aus „Schwarzwild im Visier“ (BLV Buchverlag) von Dirk Waltmann/Matthias Meyer. © Dirk Waltmann/BLV Buchverlag.

Die Angst vor der Afrikanischen Schweinpest bringt Jägern in Schleswig-Holstein vermutlich Änderungen, die sie schon lange fordern. Im Landtag wird ein Änderungsentwurf des Landesjagdgesetzes eingebracht, der sich mit der Vergütung von Wildschäden befasst. Kurz gesagt: Wenn ein Landwirt keine präventiven Maßnahmen ergreift, bekommt er Schäden nicht mehr ersetzt.

Im Zuge der Afrikanischen Schweinepest ist die Jägerschaft deutschlandweit dazu aufgerufen, mehr Wildschweine zu schießen. Das Problem: Oft lassen die Rahmenbedingungen eine stärkere Bejagung nicht zu. Vor allem Maisfelder erschweren die Jagd. Das Schwarzwild findet dort den größten Teil des Jahres perfekte Deckung und Nahrung. Daher fordern Jäger seit langem, dass Landwirte Schneisen im Mais freilassen. So können Wildschweine besser gesehen und geschossen werden.

Genau dieses Anlegen von Bejagungsschneisen plant jetzt der Landtag. Der neue § 30 Abs. 3 LJagdG besagt, dass ein Anspruch auf Schadensersatz bei Wildschäden ausgeschlossen sein soll, wenn „übliche Schutzvorrichtungen“ unterblieben sind. Neben den Bejagungsschneisen sollen Landwirte außerdem wildsichere Zäune anlegen. Ohne diese Schutzmaßnahmen sollen sie künftig keinen Ersatz für Wildschäden im Mais erhalten. Dieser Änderungsentwurf stößt auf gemischte Gefühle bei den Verbänden.

Während der Schleswig-Holsteinische Waldbesitzer- und der Bauernverband erhebliche Bedenken äußern, begrüßt der Landesjagdverband Schleswig-Holstein die geplante Änderung des Landesjagdgesetzes. Diese befähige die Jagdbehörden und die Oberste Jagdbehörde zum „Schutz des Wildes vor Wildseuchen kurzfristige Maßnahmen umzusetzen“, heißt es in der Stellungnahme des LJV. Dennoch geht dem Verband die Beschränkung auf den Mais nicht weit genug. Für den Entwurf fordern sie auch die Aufnahme von Raps und anderen Getreidearten bei der Einrichtung von Bejagungsschneisen.

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