Wildschwein

Foto: Mariusz Grzeskowiak

Wildschweinplage deckt politische Fehler auf

Vor rund einem Jahr ist das umstrittene neue Jagdgesetz in Baden-Württemberg in Kraft getreten. In Kirchheim/Dettingen nahe Stuttgart werden die traurigen Konsequenzen derzeit nur allzu deutlich: Riesige Wildschweinrotten durchpflügen nachts Äcker, Wiesen und Weideland – in einigen Gebieten richten sie nahezu wöchentlich massive Schäden an, berichtet der Teckbote.

Die Fortpflanzungsrate der Wildschweine liege in der Region aktuell mit rund 300 Prozent viel zu hoch. Es wurden Rotten mit bis zu 70 Tieren gesichtet, heißt es in dem Artikel weiter. Begünstigt haben das unter anderem der milde Winter und gute Futterbedingungen. Angesichts dieser Entwicklung steigen die Nöte der Wiesenbesitzer und Landwirte, die den Schäden kaum noch Herr werden können. Sie sehen die Jäger in der Pflicht und fordern mehr Drückjagden und Ablenkungsfütterungen. Den Jägern sind aber die Hände gebunden: „Die neu im Gesetz ausgewiesene Jagdruhe im Wald stellt [...] ein Problem dar und macht uns in der Reduzierung der Bestände sehr zu schaffen“, erklärt Bezirksjägermeister Bernd Budde. 

Laut Gesetz gilt in Baden-Württemberg für März und April ein generelles Jagdverbot. Für Schwarzwild gibt es zwar eine Ausnahme – es darf in dieser Zeit im Wald bis zu einem Abstand von 200 Metern vom Waldaußenrand und in der offenen Landschaft gejagt werden – die Erfolgsrate für den Jäger liege hier aber gleich null, sagt Budde. Zudem haben Studien ergeben, dass ein Jäger rund 30 Stunden benötige, um ein einziges Wildschwein zu jagen, erläutert der Bezirksjägermeister die prekäre Situation.

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