Windenergie: Tödliche Gefahr für Fledermäuse

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) möchte Fledermäuse in Deutschland besser vor Windrädern schützen.

Kleinabendsegler

Foto: Klaus Echle (bfn.de) / Kleinabendsegler im Flug.

Windräder sind eine der wichtigsten erneuerbaren Energiequellen: Sie erzeugen günstigen und sauberen Strom und sind zudem sehr sicher – eigentlich. Denn nicht alle profitieren auf ganzer Linie von ihnen. Für einige Tierarten können die Rotorblätter zur tödlichen Gefahr werden, so zum Beispiel für Rotmilane und Mäusebussarde (wir berichteten). Auch die 25 Fledermausarten in Deutschland, die allesamt streng geschützt sind, sind vom Ausbau der Windkraftanlagen zunehmend bedroht. Deshalb hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) nun auf Grundlage von Forschungsergebnissen Empfehlungen veröffentlicht, wie die verschiedenen Fledermausarten beim Bau und Betrieb von Windrädern besser geschützt werden können.

Insbesondere in Waldgebieten sind Windräder für Fledermäuse eine Gefahr. „Der Wald spielt für die meisten Fledermausarten eine besonders große Rolle, sei es als Nahrungsraum, als Winterquartier oder Wochenstube für die Aufzucht der Jungen“, erklärt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. Deshalb sei es unvermeidbar, schon während der Planung von Windkraftanlagen an Waldstandorten zu prüfen, welche Arten mit welchen Bedürfnissen in einem Gebiet leben, um diese gezielt zu schützen.

Die aktuellen Empfehlungen umfassen Maßnahmen, mithilfe derer Kollisionen mit den Anlagen vermieden werden sollen. Auch der Verlust von Lebensräumen ist für die Fledermäuse ein Problem, wenn mitten in ihrem Jagd- oder Paarungsgebiet eine Anlage gebaut wird. So sind die Maßnahmen zum einen speziell auf die Fledermausarten zugeschnitten, zum anderen schließen sie besondere Lebensräume mit ein.

In über 100 Jahre alten Laub- und Laubmischwäldern beispielsweise soll auf den Bau von Windkraftanlagen künftig vollständig verzichtet werden. Im Lebensraum der stark gefährdeten Mopsfledermaus müssen mindestens 50 Meter Abstand zwischen den Baumkronen und den Rotorblättern eingehalten werden. Den Kleinen Abendsegler, der oft hoch in der Luft unterwegs ist und somit leichter mit den Windrädern zusammenprallen könnte, sollen spezielle Abschaltzeiten schützen.

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