„Winterfuchsjagd“ in der Kritik – Zustimmung vom Nabu

In Nordrhein-Westfalen wollen Tierschützer per Online-Petition die Bejagung von Füchsen verhindern.

Fuchs im Schnee

Foto: Ryszard Adamus

Im Oberbergischen Kreis (NRW) haben Tierschützer eine Online-Petition gegen eine geplante „Winterfuchsjagd“ gestartet. Die kritisierte Jägerschaft erhält Beistand – und zwar ausgerechnet vom Nabu.

Die Petition unter dem Titel „Stoppt das Fuchsmassaker in Hückeswagen und Wipperfürth“ haben aktuell bereits mehr als 9.000 Menschen unterzeichnet. Sie wollen die vom 7. bis zum 14. Januar geplante Jagd verhindern. Fände die Bejagung statt, würde dies „nicht nur für die Füchse, sondern für alle Wildtiere einen enormen Stress bedeuten“, heißt es in der Begründung. Die oft als Argument für die Jagd genannte Tollwut sei nahezu ausgerottet und eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm zähle zu den seltensten Parasitosen in Europa. Weiter heißt es im Petitionstext: „Auch die immer wieder genannte Rechtfertigung der Ausrottung von Niederwild durch den Fuchs ist in keinster Weise belegt.“

In einem Fernsehbeitrag der WDR-Lokalzeit erhalten die kritisierten Hückeswagener Jäger Beistand von unerwarteter Seite: Der Landesvorsitzende des Nabu NRW, Josef Tumbrinck, erklärte, die Fuchsjagd sei zwar innerhalb seiner Organisation ein Gegenstand kontroverser Diskussionen. Im Sinne des Wiesenvogelschutzes gelte jedoch: „Okay, da muss man dann auch eingreifen, das heißt: Füchse schießen.“

In dem WDR-Bericht kommt auch die Initiatorin der rechtlich übrigens bedeutungslosen Petition zu Wort. Sie kenne sich zwar nicht mit allen Tierarten aus, was die Notwendigkeit einer Bejagung betreffe, Füchse allerdings müssten aus ihrer Sicht „garantiert nicht“ bejagt werden.

Johannes Meier-Frankenfeld vom Hegering Hückeswagen erklärte hingegen, der Fuchs habe – „außer vielleicht dem Auto“ – keine natürlichen Feinde und müsse wegen seiner unkontrollierten Vermehrung sehr wohl bejagt werden. Dass Füchse das Niederwild dezimieren und durchaus von Krankheiten befallen sein können, wird immer wieder berichtet. So gab es im vergangenen Jahr unter anderem Meldungen über den Vormarsch von Fuchsräude und Staupe (wir berichteten). Wie wichtig die Fuchsjagd für den Schutz von Hasen, Rebhühnern, Kiebitzen und Feldlerchen ist, verdeutlichte im Sommer der Präsident des hessischen Landesjagdverbandes, Dr. Jürgen Ellenberger (wir berichteten).

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