Wirbel um 15 getötete Frischlinge

15 Frischlinge wurden erst eingepfercht, dann erlegt und zur Schau gestellt: Ein Video der lokalen Forst- und Umweltpolizei in Südtirol löst aktuell heftige Diskussionen aus.

Frischlinge

Symbolbild: Simone Wolzenburg

Ein 30 Sekunden langes Video und 15 getötete Frischlinge: Die lokale Forst- und Umweltpolizei von Cueno wird laut einem Bericht von suedtirolnews.it aktuell von einem „schweren Skandal erschüttert“. Denn in dem Video sind 15 in einem Käfig eingefangene Frischlinge zu sehen, die zunächst gefilmt, dann erlegt und schließlich vor dem Polizeiauto aufgereiht und fotografiert werden. 

Das Video und die dazugehörigen Fotos wurden zunächst nur über WhatsApp verbreitet und gelangten schließlich in die Hände eines Jägers und Journalisten, der damit an die Öffentlichkeit ging. Unter den Reaktionen sind nicht nur Entsetzen und Wut, sondern dem Bericht zufolge auch Forderungen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Auch die lokalen Jäger zeigten sich erbost über den Vorfall der getöteten und dermaßen zur Schau gestellten Jungtiere.

Der Kommandant der Forst- und Umweltpolizei in Cueno, Valerio Civallero versucht, den Vorfall mit dem straffen Abschussplan für Schwarzwild zu erklären. Da Wildschweine auch in Südtirol große Schäden verursachen, sehe der Eindämmungsplan unter anderem auch Käfigfallen vor – der Abschuss sei aber nur die letzte von vielen möglichen Maßnahmen. „Nach dem Fangen müssen die Tiere von den Beamten der lokalen Forst- und Umweltpolizei getötet werden. Ein Abtransport der Tiere ist nicht möglich, weil sich die Beamten sonst eine Strafanzeige einhandeln würden. Aber bevor der Abschussplan überhaupt in die Tat umgesetzt wird, werden alle nur erdenklichen Maßnahmen ergriffen, um die Tiere am Eindringen in die Felder abzuhalten“, wird Civallero von der Zeitung zitiert.

Dabei geht es in den Diskussionen weniger um den Abschussplan für das Schwarzwild, sondern eher um die Art und Weise, wie die Forstpolizisten mit den Tieren umgegangen sind. Vor allem die Zurschaustellung der toten Jungtiere habe dem Artikel zufolge für Aufregung gesorgt. Selbst Civallero räumt „Leichtsinn“ der Beamten ein, über den er sehr unglücklich sei.

Ähnliche Diskussionen gibt es aktuell auch in Deutschland über so genannte Saufänge. In diesen Käfigfallen werden ebenfalls viele Wildschweine auf einmal gefangen und dann getötet. Zur Vorsorge gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) dürfen Saufänge in manchen Regionen Deutschlands eingesetzt werden. Etwa in Baden-Württemberg soll die große Schwarzwildpopulation mithilfe solcher Fallen effektiver reduziert werden (wir berichteten). Jäger kritisieren den Einsatz von Saufängen jedoch scharf – eine Jägervereinigung sprach sich kürzlich öffentlich gegen diese „mittelalterliche Methode“ aus (wir berichteten).

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