„Kurti“: Weitere Details zur ersten Wolfs-Tötung

Wolf

Symbolbild

Nachdem am Mittwoch der Wolf MT6, auch „Kurti“ genannt, aus dem Munsteraner Rudel mit Genehmigung das Umweltministeriums getötet worden ist, gab das Ministerium jetzt weitere Details zu den Umständen bekannt. Demnach wurde das Tier mit Amtshilfe der Polizei erschossen. Man habe sich vorab offen gehalten, „Kurti“ durch einen Schuss zu töten oder einzuschläfern, heißt es im Ministerium auf Anfrage. Da man aber nicht nah genug an den Wolf heran gekommen sei, um ihn zu betäuben, habe man das Tier schließlich mit der Waffe erlegen müssen.

„Über den Ausgang der Maßnahme kann sich niemand freuen. Vielmehr muss das Schicksal des Wolfs aus dem Munsteraner Rudel dazu beitragen, unser Wissen über die Wildtiere zu vermehren und weiterhin mit guten Argumenten und großem Engagement für deren Akzeptanz in der Bevölkerung zu werben", äußerte sich der grüne Umweltminister Stefan Wenzel zu dem Vorfall. Der Wolf aus dem Munsteraner Rudel hatte schon lange für Sorgen im Ministerium gesorgt. Immer wieder näherte er sich Spaziergängern, riss Nutztiere und zeigte sich alles andere als scheu. Deshalb wurde erst versucht, „Kurti“ zu vergrämen, also mit Gummigeschossen wieder scheu zu machen (wir berichteten). Leider blieben alle Maßnahmen ohne Erfolg, sodass sich das Umweltministerium erst zur Entnahme und „Einkasernierung“ in einem Tiergehege entschloss. Nach dem Protest diverser Tierschutzvereine und -verbände, sah sich das Ministerium dann zum Töten des Tieres gezwungen.

Dazu sagt Umweltminister Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen): „Das Beispiel des Wolfs MT 6 zeigt, dass der Umgang mit Wildtieren im Verhältnis von Mensch und Natur immer wieder auch zu Konflikten führen kann. Die Diskussion über die Rückkehr der Wölfe wird sowohl politisch als auch in der Bevölkerung zum Teil mit großer Emotionalität geführt. Alle Beteiligten sind gut beraten, sich beim Wolfsmanagement auch in Zukunft mit großem Respekt vor der Natur und streng an den Maßgaben der gesetzlichen Vorschriften orientiert zu verhalten“, sagt Wenzel. Was mit der ebenfalls „verhaltensauffälligen“ Schwester von „Kurti“ passiert, steht weiterhin noch nicht fest. 

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