Jagdschloss Kranichstein: Einst Jagdgebiet, nun Jagdmuseum

Jagdschloss Kranichstein

Foto: Nicolas17/ wikipedia.org

Im Norden Darmstadts, inmitten von Wäldern, Wiesen und Teichen, liegt das Jagdschloss Kranichstein. Es ist einer der wenigen noch erhaltenen barocken Jägerhöfe in Deutschland. Über 350 Jahre lang nutzten die Fürsten von Hessen-Darmstadt die Anlage zum Jagen, doch seit Beginn des 20. Jahrhunderts befindet sich im Inneren ein Jagdmuseum. Gejagt wird auf dem Schloss zwar nicht mehr, dennoch kann man sich dort heutzutage ausführlich über das höfische Jagen der Barockzeit informieren.

Die Renaissanceanlage, die aus drei Flügeln besteht, entstand aus einem Hofgut. Landgraf Georg I. von Hessen-Darmstadt ließ 1578 das Gut von seinem Baumeister Jakob Kesselhuth zu einem Jagdschloss umbauen. Zwar wurde es seit der Erbauung fürs Jagen genutzt, jedoch kam die Blütezeit der Anlage erst im 17. Jahrhundert. Mit seinen sternförmigen Schneisen im umliegenden Wald lud das Schloss für ausgiebige Jagdfeste ein. Der hessische Landgraf Ernst-Ludwig führte gemeinsam mit Ludwig VIII. die Parforcejagd auf Schloss Kranichstein ein, welche sich für die Umgebung gut eignete.

Mit wechselnden Landgrafen kamen Veränderungen auf Schloss Kranichstein zu. Anstatt allein der Jagd zu dienen, wurde die Anlage immer häufiger als Sommerresidenz genutzt. Nicht nur die hessischen Großherzogen nutzten das weitläufige Areal im Sommer, sondern auch das britische Königshaus. Queen Victoria, zum Beispiel, war mehrmals Gast in Kranichstein.

Jagdschloss Kranichstein

Heute beherbergt das Schloss ein Museum und ein Hotel mit angeschlossenem Restaurant. Das Museum lockt besonders die Menschen, die sich für die anfängliche Jagd begeistern. Vom Beginn bis zur Barockzeit wird Jagd ausführlich repräsentiert. Zudem findet man in der Ausstellung originale Jagdgeräte von Schloss Kranichstein, wie zum Beispiel die verschiedensten Jagdwaffen. Diese ließ der letzte Großherzog zusammentragen und so wurde vom damaligen Hofmarschall Kuno Graf von Hardenberg das Museum erbaut.

Wer sich für Jagdtrophäen interessiert, kommt im Museum auf seine Kosten: manche Kuriosität lässt den Besucher staunen!

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