Unsere Wälder (XI): Das Erzgebirge – oder auch das „sächsische Sibirien“

Die Region zwischen Deutschland und Tschechien ist auch als „Sächsisches Sibirien“ bekannt, weil sie zu den kältesten Deutschlands gehört.

Das Erzgebirge

Foto: Schmolle

Entlang der Grenze zwischen Deutschland und Tschechien, wo sich Eisvogel und Schwarzstorch „Gute Nacht“ sagen, befindet sich „Mirkwidi“, was übersetzt soviel heißt wie Dunkel- oder Finsterwald. Das Erzgebirge erhielt nämlich erst mit der Entdeckung der Erze seinen heutigen Namen. Selten gewordene Berg- und Feuchtwiesen, Biotope, mehrere größere Hochmoore sowie zahlreiche Fließ- und Standgewässer prägen die Landschaft des Erzgebirges. Große Teile davon stehen heutzutage unter Landschafts- und Naturschutz. 

In den großflächigen Naturschutzgebieten ist eine Vielzahl gefährdeter und anspruchsvoller Pflanzen zu finden. So fühlen sich neben zahlreichen Moosen und Farnen beispielsweise auch die Feuerlilie und verschiedene Enzian- und Orchideenarten in den Wäldern des Erzgebirges wohl. Die einzigartige und vielfältige Naturlandschaft bietet zudem den perfekten Lebensraum für viele, teils seltene Tiere. Unter anderem haben hier zum Beispiel Sperlingskauz, Eisvogel, Flussperlmuschel und Schwarzstorch ihr Zuhause gefunden.

Eisvogel auf einem Ast

Foto: Felix_Broennimann / Unter anderem hat der Eisvogel im Erzgebirge sein Zuhause gefunden.

Vor allem aufgrund der hohen Berge des Erzgebirges ist das Klima deutlich rauer als in den meisten Teilen Deutschlands.  Deshalb ist die Region auch unter dem Namen „Sächsisches Sibirien“ bekannt. 1.244 Meter ist der Keilberg hoch. Damit ist er der höchste Berg des Erzgebirges, welcher sich auf der tschechischen Seite befindet. Auf deutscher Seite ist der nahe gelegene Fichtelberg mit 1.215 Metern am höchsten.

Nicht nur „Gute Nacht“, vor allem „Glück auf“ wird hier teilweise noch tagtäglich gewünscht. Letzteres stammt aus der Zeit, als Silber, Kupfer, Eisen, Nickel und Kobalt abgebaut wurden. Der intensive Bergbau brachte nicht nur Positives mit sich, sondern erforderte vor allem einen enormen Holzbedarf, was großflächige Rodungen und Waldsterben nach sich zog. Glücklicherweise sind die Folgen dieser Eingriffe heute größtenteils behoben, nachhaltiger Umgang mit der Natur ist zur obersten Priorität geworden. So wurden zahlreiche Naturlehrpfade angelegt, um auf die wichtige Bedeutung einer intakten Naturlandschaft hinzuweisen.

Egal ob Rodeln, Wandern, Eislaufen oder Radfahren – das Erzgebirge bietet unzählige Freizeitaktivitäten. Zu jeder Jahreszeit, aber vor allem im Winter ist es ein empfehlenswertes Urlaubsziel. Touristen-Highlights sind auch das Volkskunst-Museum „Manufaktur der Träume“ und das UNESCO-Denkmal „Frohnauer Hammer“. Letzteres ist vor allem bei Hochzeiten sehr beliebt, da Brautleute während der Zeremonie symbolisch am Feuer „zusammengeschmiedet“ werden.

Weiterführende Informationen finden Sie unter folgenden Links:
Erlebnis Erzgebirge 
Wanderwege, Unterkünfte und Ausflugstipps 
Wintersport im Erzgebirge

Hier gelangen Sie zu den ersten zehn Teilen unserer Waldserie:
Unsere Wälder (I): Der Bayerische Wald
Unsere Wälder (II): Der Schwarzwald

Unsere Wälder (III): Der Harz

Unsere Wälder (IV): Der Grunewald
Unsere Wälder (V): Der Pfälzerwald
Unsere Wälder (VI): Der Odenwald
Unsere Wälder (VII): Der Teutoburger Wald
Unsere Wälder (VIII): Der Thüringer Wald
Unsere Wälder (IX): Der Rheinhardswald
Unsere Wälder (X): Der Hunsrück


Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!