Unsere Wälder (II): Der Schwarzwald

Der schwarze, der düstere, der finstere Wald – so beschrieben die Römer das Mittelgebirge nördlich der Alpen. „Silva nigra“ (schwarzer Wald) nannten sie es und gaben dem Wald damit seinen heutigen Namen: Schwarzwald. Zu Zeiten der Römer war der Wald ein unwegsames Gelände. Bedeckt mit dichten, dunklen Wäldern, fühlten sich Bären, Luchse und Wölfe dort einst sehr wohl. Außerdem bot der Wald Wegelagerern ein passendes Versteck. Damals war der Schwarzwald alles andere als ein sicherer Ort, was sich in seinem Namen widerspiegelt. Erst im 8. Jahrhundert besiedelten Menschen die Region weitläufig.

Mit einer Höhe von 1492 Metern ist der Schwarzwald das höchste deutsche Mittelgebirge. Das Gebiet entstand vor 70 Millionen Jahren in einer Ausgleichsbewegung zum Einbruch des Oberrheingrabens. Damals stieg der Schwarzwald ungleichmäßig empor und teilte das Gebirge in verschiedene Bereiche. So entstanden der waldreiche Nordschwarzwald, der Mittlere Schwarzwald mit seinen vielen Tälern und die ausgeprägte Höhenlandschaft des Südschwarzwaldes.

Noch heute besteht der Wald zu 80 Prozent aus Tannen und Fichten – dem dunklen Nadelholz, das ausschlaggebend für den Namen war. Doch dieser Waldreichtum entstand vergleichsweise spät. Noch vor 10.000 Jahren, als die letzte Eiszeit ihr Ende fand, war das Mittelgebirge von einer Steppen- und Tundrenvegetation bedeckt. Damals war die Suche nach Bäumen vergeblich. Mit der Erwärmung des Klimas wuchsen die ersten Bäume, damals jedoch noch Laubbäume. Ein „silva nigra“ wurde der Wald erst recht spät: vor etwa 6.000 Jahren.

Ein weiteres Überbleibsel aus der letzten Eiszeit sind die verschiedenen Karseen, von denen manche von Mythen und Sagen umwoben sind. Versteckt in den Tiefen des Waldes, schauen sie wie dunkle Augen aus. Zu diesen glazialen Seen gehören unter anderem der Titisee, der Mummelsee und der Feldsee. Auch mit einigen Stauseen kann der Schwarzwald aufwarten, wie zum Beispiel dem Schluchsee.

Heutzutage ist der Schwarzwald einer der meistbesuchten Erholungsräume in Deutschland. Mit seinen hohen Aussichtsgipfeln, breiten Tälern, kühlen Bergseen, den 20.000 Kilometern Wanderpfaden und den unterschiedlichen Städten lockt das Gebiet jährlich Millionen von Besuchern an. Zu seiner touristischen Vielfalt zählen auch einige Burgen, alte Ruinen und prachtvolle Schlösser. Für jeden Geschmack ist in diesem dunklen Wald definitiv etwas dabei!

Zum ersten Teil der Serie gelangen Sie hier: „Unsere Wälder (I): Der Bayerische Wald“

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