Der Nationalpark der superlative: Yellowstone 

Yellowstone National Park

Yellow Stone National Park

Lässt man Alaska – als „nicht zum Teil der durchgängigen US-amerikanischen Landmasse gehörend“ – außen vor (sorry, grenzt nämlich nur an Kanada), dann steht der „Yellowstone National Park“ flächenmäßig an der Spitze der Nationalpark-Liste. Mit fast 9.000 Quadratkilometern der Größte, mit einem Eröffnungsdatum von 1872 der Älteste, mit mehr als der Hälfte aller Geysiere der Welt der wohl „Sprudelndste“. Dazu gibt es 290 Wasserfälle und 1.000 bis 3.000 Erdbeben jährlich. Der Yellowstone ist ein Park der Superlative, sozusagen der Großvater aller Parks. Zu 98 Prozent im US-Bundestaat Wyoming gelegen, nimmt er dort den „obersten linken Zipfel“ ein und bietet alles, was man sich so unter einem Nationalpark vorstellt.

Naturidylle zwischen imposanten Schluchten und dichten Wäldern

Artist Point

Artist Point

Idyllische Ausblicke über weite Täler und in Tannenschluchten, Seen für Paddeltouren, Wanderwege und Klettermöglichkeiten zwischen den Felsen der durcheinandergewürfelten „Hoodoos“. Wer seine Knie knacken hören möchte, der steigt die fast 300 Stufen des „Uncle Tom’s Trail“ hinunter zum Wildwasser des Canyons. Künstler bauen ihre Staffeleien – oder zumindest den Skizzenblock – entlang der „Artist Point“-Route auf. Und alle, alle picknicken entweder auf einem der 50 dafür angelegten Plätze (bärensichere Container für Lebensmittel und Abfälle sind absolute Pflicht!) oder speisen zivilisierter in insgesamt neun Lodges oder Hotels.

Beeindruckende Artenvielfalt: Wölfe, Bisons, Schwarzbären und mehr

Bison

Ein Bison im Yellowstone Nationalpark

Wölfe wurden 1995 in das Gebiet eingeführt und werden inzwischen auf einen Bestand von 300 Tieren geschätzt. Massive Bisons ziehen über die Steppenflächen und Schwarzbären, Elche und Kojoten teilen sich die Wälder. Egal wie zahm oder ruhig diese auch scheinen, es heißt, sicheren Abstand zu wahren und den vorwitzigen Raben, die gelernt haben, Reißverschlüsse und Druckknöpfe an Behältern zu öffnen, keine Chance zu geben, an die daran aufbewahrten Snacks zu gelangen. Das gilt auch für die immer hungrigen Bären.

Abschussquoten für Grizzlybären

Außerhalb einer bestimmten Zone, die fast den gesamten Yellowstone-Park umfasst, ist derzeit die Jagd auf Grizzlybären schon gestattet, wenn eine entsprechende Erlaubnis vorliegt. Eine interessante Entwicklung deutet sich allerdings nun für den Nationalpark selbst an: US-Medienberichten zufolge soll der staatliche Schutz für diese Bären in der Region aufgehoben werden und eine Regelung von Abschussquoten in diesem Jahr den Bundesstaaten Wyoming, Montana und Idaho überlassen werden. Derzeit werden im Park mehr als 700 Bären vermutet.

Naturliebhaber kommen auf ihre Kosten

Für Nicht-Jäger gibt es jedenfalls auch zahlreiche Optionen. Eine spaßige Alternative zu Ausritten ins Gelände oder eine Idee für Wanderer, die sich zwar sehr gerne mitten in der Natur aufhalten, aber keine große Lust auf das Schleppen von Ausrüstung haben, sind geführte Touren mit Lamas. Ursprünglich in den südamerikanischen Anden zuhause, haben sich diese Lastentiere hervorragend im Yellowstone Park bewährt. Mit ihrer sanften, zuverlässigen Natur und dem ausgeprägt drolligen Charakter sind sie liebenswürdige und fotogene Begleiter, sei es für einen Tagesausflug oder mehrtägige Campingtrips.

Yellowstone National Park

Regenbogen über dem Yellowstone National Park

Ein besonderes Highlight: Der Yellowstone National Park im Winter 

So richtig spannend wird’s im Winter. Von Anfang November bis Ende April sind bis auf die Verbindungsroute zwischen Gardiner am nördlichen Parkeingang und den Orten Silver Gate und Cooke City an der nordöstlichen Zufahrt alle Straßen für Autos gesperrt: Um ins Zentrum des Parkes vorzudringen, benötigt man entweder Langlaufski oder Schneeschuhe.

Old Faithful

Old Faithful

Aufenthalte zu dieser Jahreszeit müssen gründlich vorbereitet werden, denn das Wohnen im Park ist auf zwei Lodges beschränkt und die Loipen sind nur über wenige Kilometer gespurt – das Terrain „dahinter“ fällt dann in die Kategorie „for experts only“. Natürlich sind auch längst Schneemobile aller Art in den Park eingezogen (die sogenannten „snow coaches“ ähneln Bussen auf Panzerketten) und man kann Touren hin zu den beliebtesten Zielen des eisigen Areals buchen – was nicht nur Freude unter den Parkfreunden hervorgerufen hat. Seit ihrer Einführung 1963 haben sich die Fahrzeuge aber umwelttechnisch sehr verbessert und die Anzahl der zugelassenen motorisierten Vehikel pro Tag und die Nutzungszeiten werden streng reguliert. 

In einer Lärmschutzstudie von 2014/15, durchgeführt am Geysir „Old Faithful“, wurden unter den „unnatürlichen Geräuschen“ im Park neben Motorenlärm von Fahr- und Flugzeugen, Bautätigkeit, dem Summen von den Klimaanlagen der Gebäude auch „menschliche Stimmen“ angeführt. Die Naturschützer werden sich gefreut haben...

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