Ein fröhliches Waidmannsheil: Mein Hobby ist Jagen

Über den Sinn und Unsinn des Begriffs „Hobbyjäger“ – Gert G. von Harlings Liebeserklärung an die Jagd.

Hochsitz im Wald

Foto: JessicaBerger

Jagd ein „Hobby“, eine „Spielerei“?

Ungeheuerlich!

„Jagd ist eine verantwortungsvolle, regulierende, volkswirtschaftliche und kulturelle Aufgabe“, werde ich beim Schüsseltreiben belehrt. „Ein Hobby übt man zum Zeitvertreib aus“, setzt mein Gegenüber dazu.

Einspruch euer Ehren!

Für mich ist Jagd Teil meines Lebens und gleichzeitig Hobby. Gewiss ist sie eine ernste, zeitaufwändige, kostspielige, mitunter strapaziöse Angelegenheit, aber deswegen kann sie auch Hobby sein. Vor allem muss sie Spaß machen, denn nur, was man mit Freude und ganzem Herzen tut, gelingt auch. Schon Goethe, passionierter Jäger, aber vor allem Kenner der menschlichen Seele, wusste: „Wer schaffen will, muss freudig sein“.

Der Ursprung des Wortes „Hobby“ liegt übrigens im jagdlichen Bereich:

Die Beizjagd, das Nachstellen von Wild mit abgetragenen Raubvögeln, erlebte in Europa zur Zeit der Stauferkönige seine Blütezeit. Manche Damen liebten diese Jagd ebenfalls. Da das zarte Geschlecht aber selten über Körperkräfte ausgewachsener Männer verfügt und einen Falken oder gar Adler nicht über längere Zeit zu tragen vermag, nahmen sie einen Turmfalken, einen Sperber oder eine Drossel auf die Faust und begleiteten ihre besseren Hälften.

Diese (Ersatz)Vögel, eine Liebhaberei der Frauen, bezeichnete man als „Hobby“.

Laut Duden leitet sich das Wort Hobby aus dem Englischen ab und bedeutet Liebhaberei. Gehe ich einem Hobby nach, tue ich also etwas mit (aus) Liebe.

In unserer „Konsumgesellschaft“ ist Liebe etwas Besonderes:

Etwas, was wir nicht kaufen können, wie ein Auto, ein Gemälde, ein Haus oder Anerkennung.

Liebe ist eine Beschäftigung, widme ich mich ihr gerne und selbstlos, mit Passion und Sorgfalt, frage ich nicht nach Geld, Dank oder Lob und werde alles tun, um ihr behutsam, nicht zerstörerisch, mein Leben lang nachgehen zu können.

Ich liebe die Natur und die Tiere, auch wenn mit der Jagd das Töten untrennbar verbunden ist. Gott liebt auch die Menschen, trotzdem muss jeder von uns sterben.

Ich jage, weil es mir Freude bereitet, in Gottes freier Natur herumzustreifen und Beute zu machen, um sie anschließend zu vertilgen. Die Jagd beschert mir ein sonst nie gekanntes Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit. 

„Ich mache nicht jeden Tag Beute, aber jeder Tag auf der Jagd beschert mir Beute für die Seele, ist eine Bereicherung meines Lebens.“

Gert G. v. Harling

Der Ausdruck „Hobbyjäger“ als Gegensatz zum Berufsjäger soll implizieren, dass man die Jagd nicht professionell, sondern lediglich zum Zeitvertreib ausübt, aber ich fühle mich auch nicht als Hobbyautofahrer oder Hobbychrist, nur weil ich nicht Berufskraftfahrer oder Pastor bin.

Wir sollten uns dazu bekennen aus Freude zu jagen – Allah zählt die Tage nicht, die wir auf der Jagd verbringen…

Harlings Jagd(B)revier

Aus: Harlings Jagd(B)revier: Mal ernst, mal heiter mit der Saufeder geschrieben. Erschienen im Verlag Neumann-Neudamm und für 19,95 Euro im Fachhandel erhältlich.

Unsere Redaktion urteilt: Sehr lesenswert!

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