Rien Poortvliet – meisterhafter Maler und Naturfreund

„Vor allem Dir, lieber Herrgott, Dank für die Tiere, die Du geschaffen hast. Ich bin mir bewusst, dass es Deine Tiere sind. Und wenn ich jagen darf, so will ich versuchen, das ehrfürchtig zu tun.“

Rien Poortvliet

Rien Poortvliet

Rien Poortvliet, Foto: Suyk, Koen / Anefo www.wikipedia.de

Wir lesen hier weise Worte eines der bekanntesten Jagd- und Naturmalers des 20. Jahrhunderts. Gut zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass der Niederländer Rien Poortvliet in seiner Heimat verstarb. Was er uns hinterließ, sind Werke, so naturnah wie nur selten. Nicht nur, dass er die Wildtiere unserer Breiten klar und deutlich in typvollen Situationen skizzierte. Nein, in seinen Bildbänden ergänzte er seine Malereien mit zahlreichen Erläuterungen, die Einblicke gewähren in Poortvliets umfangreiches Wissen über Mutter Natur.

Der passionierte Jäger Rien Poortvliet wurde am 7. August 1932 in den Niederlanden geboren. Wildtiere von A bis Z wurden durch seine Feder für die Ewigkeit festgehalten. Insbesondere in seinen jungen Jahren waren sie häufig in Sekundenschnelle aus einem Jagdgeschehen heraus dokumentiert. Mehr als 1000 seiner Arbeiten erschienen im Laufe der Jahre im Magazin „Wild und Hund“, mit dessen Redaktion er nicht nur beruflich, sondern auch persönlich sehr verbunden war. Allerdings war nicht allein das Waidwerk Inhalt seiner Werke. Mit gleicher Akribie brachte Poortvliet beispielweise die Welt des bäuerlichen Lebens, die der Hunde und die der Pferde zu Papier. Seine knapp 20 Bildbände wurden im Laufe der Zeit millionenfach aufgelegt und fanden weltweit Anklang. Zudem illustrierte Poortvliet verschiedenste Bücher. Sein Verdienst für die Tierwelt brachte ihm unter anderem die Verleihung des Niederländischen Verdienstordens sowie mehrere Kulturpreise ein.

Die Illustrationen des Naturfreunds zeigen unsere geliebten Wildtiere nicht ausschließlich in den in der Jagdmalerei häufig gewählten Posen. In den Zeichnungen des Niederländers sind Ruhe, Nahrungssuche, Kampf oder auch Jagd der Waldbewohner gleichermaßen enthalten. Zudem legt er Wert auf Detailzeichnungen, die er mit Erklärungen bestückt.

So finden sich in seinen Werken Vergleiche unterschiedlichen Gehörns des Rehbocks ebenso wie Gegenüberstellungen von Saatkrähe, Rabenkrähe und Dohle. Auf wundervolle Art und Weise schaffte Poortvliet damit eine Verbindung der Sachinformationen mit dem künstlerischen Aspekt. Auch ein Laie bekommt mit dieser Unterstützung einen umfangreichen Eindruck von Leben und Vielfalt der Wildtiere.

Was Rien Poortvliet zudem zu einem besonderen Waidmann machte, war seine Ehrfurcht vor der Natur. In verschiedenen Interviews mit ihm wird deutlich, wie feinsinnig und überlegt er der Umwelt und auch seiner eigenen Jagdpassion gegenübertritt. Insbesondere in späteren Interviews kann der Leser dies herauslesen. So erfährt darin er beispielsweise, wie verständnisvoll, umsichtig und respektvoll die Familie Poortvliet mit den eigenen Hunden umging. Rien Poortvliet hatte verstanden, dass wer jagen darf, dies auch mit Achtsamkeit zu verrichten hat.

Wer seine Werke heute bewundern möchte, kann neben Bildbänden und Kunstkalendern auch auf das dem Maler gewidmete Museum in den Niederlanden zurückgreifen. Ein lohnenswerter Besuch ist dies allemal.

Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!