So wird Ihr Garten frühlingsfit (II): Ziergarten

Stiefmütterchen im Garten

Fotos: Alexander Küper/ Blumen sollten vor dem Einpflanzen ordentlich gewässert werden, empfiehlt der Experte

Endlich Frühjahr! Für viele die schönste Zeit des Jahres. Das erste Mal ohne Jacke raus, das erste Mal den Grill anschmeißen. Und das am besten im eigenen Garten. Die Frühlingsgefühle spielen vor allem bei Hobbygärtnern verrückt. In unserem Frühlingsspecial geben wir Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie Ihren Garten frühlingsfit bekommen. Nachdem wir im ersten Teil die Vorbereitungen getroffen haben, geht es im zweiten Teil jetzt ab ins Beet. Es geht um den Teil des Gartens, den wir uns wie eine Oase gestalten, damit wir vom Alltag entspannen können: den Ziergarten!

 Ein gepflegter Rasen, Vögel zwitschern und Rosen duften. Der Ziergarten lässt unser Herz höher schlagen. Wir sehnen uns nach lauschigen Sommerabenden in entspannter Atmosphäre mit einem Buch und einem Glas Wein in der Hand. Damit dieser Traum wahr wird, müssen wir im Frühling die Weichen stellen. Ein Ziergarten ist schön, keine Frage, dennoch ist er natürlich auch mit Arbeit verbunden. „Frühling ist Pflanz- und Säzeit!“, weiß Landschaftsarchitekt Jan Kolodziej.

Sträucher und Blumen pflanzen

Frisch gepflanzter Spiraea-Strauch

Der erste Erfolg: Der frisch gepflanzte Spiraea-Strauch sieht anfangs noch kahl aus, blüht aber bis in den Herbst

Im vorherigen Teil, der Vorbereitung, haben wir uns Gedanken darüber gemacht, welche Pflanzen wir wie in unseren Garten verteilen wollen. Im Frühling gibt es viele Blütenpflanzen. Wer aber auch im Sommer und Herbst noch Spaß an seinem Garten haben will, sollte sich Sträucher und Blumen pflanzen, die später blühen. Schließlich soll im ganzen Jahr etwas in unserem Ziergarten blühen.

 Größere Gehölzer müssen logischerweise vor den Bodendeckern rein. Dafür heben Sie eine große Mulde aus. „Seien Sie dabei großzügig“, rät Jan Koldoziej. „Die Mulde darf nicht nur so groß sein, dass der Ballen gerade so hereinpasst. Damit die Wurzeln Platz haben, muss auch der Boden drumherum gelockert werden.“ Vor dem Einpflanzen sollten Blumen und Sträucher gut gewässert werden. So können sich die Wurzeln mit Wasser vollsaugen.

„Die meisten Menschen unterschätzen das Gießen“, sagt Kolodziej. „Gerade in der Anpflanzzeit brauchen die Pflanzen viel Wasser. Der normale Regen reicht da nicht aus.“ Also: ordentlich angießen, auch wenn es regnet.

Als Dünger empfiehlt der Experte Hornspäne. Ein organischer Dünger, der seine Nährstoffe langsam an die Pflanzen abgibt. „Da haben die länger was von“, sagt Kolodziej. Von scharfem Dünger wie Blaukorn rät der gelernte Landschaftsarchitekt ab. Auch Rindenmulch ist mit Vorsicht zu genießen. Viele Hobbygärtner nutzen Rindenmulch, da er Unkräuter verdrängt. Gleichzeitig sorgt zu viel Rindenmulch auch für saure Erde. „Ein bisschen Rindenmulch ist okay, aber bitte nicht kiloweise drauf schütten.“

Für schattige Gärten empfiehlt der Experte schattenverträgliche Gehölze, wie Rhododendron. Flieder und Hortensien sind für Halbschatten geeignet. Auch Farne und Efeu können einen schattigen Garten zu einem Paradies werden lassen. 

Der Rasen

Der Rasen nach dem Vertikutieren

Der Rasen ist frisch vertikutiert - das hilft gegen Unkraut und Moos

Im Frühjahr kommt auch der Rasenmäher wieder an die frische Luft. „Aber den Rasen bitte nicht zu kurz mähen“, rät Kolodziej. „Die Halme des Rasens haben ja auch eine Funktion. Wenn wir die zu kurz – beispielsweise auf einen halben Zentimeter – säbeln, tut das dem Rasen nicht gut.“ Die ideale Rasenlänge liegt bei etwa vier Zentimetern. 

Neben dem regelmäßigen Mähen steht jetzt im Frühjahr die Ausbesserung an. Vertikutieren hilft, Unkräuter und Moos aus dem Rasen abzutragen. Wir vertikutieren „über Kreuz“, also einmal in senkrechten Bahnen, einmal in waagerechten Bahnen. Je nachdem, wie wild der Rasen vor dem Vertikutieren war, bleibt gegebenenfalls nicht viel übrig.

Ab April kann also neuer Rasen gesät werden, denn ab einer Temperatur von acht Grad keimt neuer Rasen. Bei der Auswahl der Rasensamen muss vor allem der Standort unter die Lupe genommen werden. Rasen braucht viel Sonne. Handelt es sich bei Ihrem Garten eher um eine schattige Fläche, muss spezieller schattenverträglicher Rasensamen gekauft werden. Idealerweise fällt der Samen beim Aussäen in die aufgelockerte Erde rein, sodass Vögel ihn nicht wegpicken können.  

Regelmäßiges Düngen ist auch beim Rasen wichtig. „Da lohnt es sich, guten Rasendünger zu kaufen“, so Experte Jan Koldoziej. „Der kostet nicht wenig, bringt aber viel.“ Ein guter Rasen braucht eben viel Pflege. Aber der gelernte Landschaftsarchitekt beruhigt: „Es muss nicht immer der englische Rasen sein. Man kann auch mal stellenweise keinen Rasen haben.“

Rosen

Junger Rosenstrauch

Für den Rosenschnitt ist das Frühjahr die beste Zeit, rät Landschaftsarchitekt Jan Kolodziej

Der Klassiker unter den Gärtnerdiskussionen heißt: „Wann schneidet man die Rosen?“ Der richtige Rosenschnitt ist immer ein Thema. Hier gibt es die verschiedensten Theorien, von denen jede einzelne wahrscheinlich auch ihre Berechtigung hat. Klar ist: Rosenstiele wachsen und tragen nur einige Jahre lang Blüten, bevor die Pflanze erschöpft ist und die Blüten sich tiefer am Trieb entwickeln. Sie müssen daher beschnitten werden, bevor die Rose zu einer unordentlichen, verworrenen Masse absterbender und lebender Triebe mit wenigen Blüten wird.

Für Landschaftsarchitekt Jan Kolodziej ist das Frühjahr der beste Zeitpunkt zum Schneiden: „Da können Sie jetzt richtig ran!“ Beim Rosenschnitt darf es keine falsche Scheu geben. „Schneiden Sie ruhig jeden Ast bis auf drei Augen (Knospen) zurück. Die dritte Knospe kann dann nach außen wachsen.“ Rosen reagieren fantastisch auf einen wirksamen Beschnitt und belohnen ihn mit einer Fülle von Blüten. „Daneben noch einen Lavendel und die Sache ist perfekt“, lacht Kolodziej.

Tierische Besucher

Was bringt einem ein wunderschön blühender Garten, wenn man alleine drin sitzt? Anlass zur Freude bieten tierische Besucher. „Mein absoluter Favorit ist der Schmetterlingsstrauch, der Buddleja. Den würde ich mir auf jeden Fall in den Garten pflanzen. Ein toller Strauch, der allerdings viel Sonne braucht“, sagt Landschaftsarchitekt Jan Kolodziej.

Auch Vögel machen einen Garten erst so richtig komplett. Wer es schafft, in seinem Garten Lebensraum für die verschiedensten Vogelarten zu schaffen, kann stolz auf sich sein. „Der Steinkauz ist ein toller Vogel“, schwärmt Kolodziej. „Der steht sogar auf der roten Liste gefährdeter Arten.“ Und mal ehrlich: Wer will diesen kleinen Eulen keine Heimat bieten?

Vergissmeinnicht

Ein Vergissmeinnicht macht sich immer gut im Beet

Frostgefahr im Ziergarten

„An den Eisheiligen ist schon was dran“, sagt Gartenexperte Jan Kolodziej. „Für Zierpflanzen und den normalen Hobbygärtner ist Frost im Frühling kein Thema mehr. Das wäre nicht all zu tragisch, wenn noch mal Frost käme.“ Anders sieht es für den Experten beim Gemüse aus. Wer selbst anbaut, sollte schon die Wetterprognosen im Blick haben und im Zweifel die Eisheiligen lieber abwarten.

Was Sie bei Obst und Gemüse noch beachten sollten, erfahren Sie im nächsten und dritten Teil unserer Gartenserie. Da kümmern wir uns um den leckeren Teil unseres Gartens: den Nutzgarten. Teil 1 finden Sie hier: "bitte klicken"

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