So wird Ihr Garten frühlingsfit (I): Die Vorbereitung

Im Frühjahr erwachen nicht nur die Tiere aus ihrem Winterschlaf, sondern auch die Gärtner. In kaum einer anderen Jahreszeit gibt es so viel Entwicklung im Garten. Es bleibt länger hell und die Sonne scheint wieder öfter. Der Garten erwacht zum Leben. Es wird gesät, gepflanzt, beschnitten und gedüngt. In unserem Frühlingsspecial geben wir Ihnen zusammen mit einem Landschaftsarchitekten wertvolle Tipps, wie Sie Ihren Garten frühlingsfit bekommen. Im ersten Teil geht es um die Vorbereitung.

Gießkanne im Beet

„Frühling ist Pflanzzeit!“ Landschaftsarchitekt Jan Kolodziej bringt es auf den Punkt. Doch bevor wir unkontrolliert losziehen, um ein paar Blumentöpfe zu kaufen, muss der Garten geplant werden. Vor dem Start müssen wir uns Gedanken machen. Wie sind die Lichtverhältnisse? Wie sieht es mit der Bodenbeschaffung aus? Welche Ansprüche und Erwartungen habe ich? Soll mein Garten die Küche beliefern oder in erster Linie ein Ort zum Entspannen sein? Oder geht vielleicht sogar beides? Wie sieht mein Garten in den anderen Jahreszeiten aus?

Der Pflanzplan

Stiefmütterchen

Foto: Alexander Küper/ Schöne Blumen sind schnell gekauft und sehen gut aus, aber was kommt danach? Der Experte empfiehlt einen Pflanzplan – damit sieht der Garten im ganzen Jahr gut aus.

Das  Frühjahr und die blühenden Pflanzen sind verlockend. Deshalb ist es sehr verständlich, dass der Gartenlaie üblicherweise in den Blumenhandel fährt, sich schön blühende Pflanzen kauft und seinen Garten damit bestückt. „Was viele bei der Planung Ihres Gartens vergessen: Wie sieht mein Garten denn aus, wenn das Frühjahr vorbei ist und die schön blühenden Pflanzen nicht mehr blühen?“ Landschaftsarchitekt Jan Kolodziej empfiehlt, bei der Gartenplanung an alle Jahreszeiten zu denken. „Auch im Sommer und im Herbst soll der Garten schön aussehen.“ Ein Pflanzplan ist deshalb wichtig. Bodendecker spielen bei der Planung eine entscheidende Rolle. Laut unserem Experten liefern sie Struktur. Im Hintergrund machen sich einzelne Gehölze gut.  Landschaftsarchitekt Jan Koldoziej weiß aus Erfahrung, wie wichtig ein Pflanzplan ist: „Was auf dem Papier gut aussieht, sieht nachher im Garten auch gut aus.“

Wer seinen Garten auch oder zumindest teilweise als Nutzgarten planen möchte, sollte sich ebenfalls Gedanken machen. Selbst aus einem kleinem Stückchen Gartenland lässt sich ein ertragreicher Nutzgarten für Kräuter und Gemüse machen. Der erste Schritt hierbei ist ein zuverlässiger Anbauplan. Ein Plan, nach dem die kleine Fläche optimal ausgenutzt wird. Was soll wo gepflanzt werden? Möhren neben Spinat? Erdbeeren dazwischen oder davor? Es ist wie bei uns Menschen: Nicht jede Pflanze verträgt sich mit ihrem Nachbarn.

Den Boden kennen

Ein guter Gärtner kennt seinen Boden. Wer wirklich auf Nummer sicher gehen will und die Zeit und Lust aufbringt, kann für wenig Geld eine Bodenprobe machen. Dazu nimmt man zehn bis 15 Einzelproben, mischt sie in einem Eimer und schickt 500 Gramm davon an die Landwirtschaftskammer. Wichtig ist die Tiefe, in die mit dem Spaten gestochen werden muss. Bei Gemüse 0-25 cm, bei Rasen 0-10 cm und bei Obstbäumen 0-30 cm und 30-60 cm. Alle zwei bis drei Jahre sollte das Verfahren wiederholt werden. Eine Bodenprobe für Kleingärtner kostet (je nach Bundesland) ab 20 Euro.

Beete Vorbereiten

Mit dem Spaten wird der Garten umgegraben

Foto: Alexander Küper/ Auch für Kurzentschlossene lohnt sich das Umgraben noch. Eine Spatentiefe wird eingestochen, die Erde ausgehoben, umgedreht und dann mit dem Spaten zerhackt.

Idealerweise wird im Herbst beziehungsweise zum Winteranfang umgegraben. Zu dieser Jahreszeit befindet sich der Boden im idealen Zustand. Außerdem kann der Frost den Winter über Wurzeln vernichten. Wer jedoch diesen Frühling ganz frisch anfängt oder sich dazu entschlossen hat, noch mehr Platz für Gemüse, Kräuter & Co. zu schaffen, der kann auch im Frühjahr Beete anlegen.

Wer schon mal kräftig umgegraben hat, der weiß: Durch fleißiges Umgraben spart man sich das Fitnessstudio. Idealerweise ist der Boden beim Umgraben nicht zu nass, damit die Erdbrocken nicht zu sehr klumpen. Das einfache Umgraben ist die einfachste und schnellste Methode. Eine Spatentiefe wird eingestochen, die Erde ausgehoben, umgedreht und dann mit dem Spaten zerhackt. Nach dem Umgraben lassen Sie den Boden etwa drei Wochen ruhen, bevor Sie ihn bepflanzen. So können frisch untergrabene Unkräuter absterben und der Boden sich setzen. Die Witterung wirkt auf die Bodenoberfläche ein und bricht sie in kleine Klumpen. So lässt sich der Boden erheblich leichter zu beackerbarer Erde zerbröseln. Eine weitere Umgrabmethode ist das sogenannte Holländern. Diese Methode ist bei Böden wichtig, bei denen die Entwässerung schlecht läuft. Der Nachteil: Hier wird in doppelter Tiefe gegraben, was mindestens doppelt so anstrengend ist.

Arbeitsgeräte

Gartenwerkzeug

Auf das richtige Werkzeug kommt es an. Der Experte empfiehlt eine Grundausstattung.

Ein Garten ganz ohne Pflege wäre bald eine Wildnis. Trotzdem soll die Arbeit im Garten nicht zur Plage werden. Die Auswahl an Gartengeräten ist riesig. Wir brauchen natürlich nicht alles auf einmal. Für den Anfang reichen ein leichter, handlicher Spaten, ein Rechen aus Holz (für den Rasen), eine Harke aus Eisen (für die Beete), eine Hacke und eine Kralle, um die Beete aufzulockern.

Verwilderte Bäume, Sträucher und Hecken sind das Letzte, was man sich im Garten wünscht. Gute Gartenscheren haben kunststoffbeschichtete, handliche Griffe. Für Hecken gibt es große Scheren, wahlweise auch elektrisch, kleinere Heckenscheren sind für Rosen und andere Blütensträucher wichtig.

Bei Schläuchen, Eimern, Kannen und Kübeln hat sich schon vor Jahren pflegeleichtes Kunststoff durchgesetzt. Was auch nicht fehlen darf: Eine wendige, leichte Schubkarre, mit der man im Frühling Torf und Erde, im Sommer das Gras, im Herbst das Laub und im Winter den Schnee abtransportieren kann. Auch hier gilt der Rat vom Experten: Denken Sie über den Frühling hinaus!

Im nächsten und zweiten Teil unserer Gartenserie geht’s ab ins Beet. Wir kümmern uns um Rasen, Rosen und Riesen-Blüten...

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