Drückjagd (I): Gut gerüstet als Durchgeher

Winter ist Drückjagdzeit. Wer auf einer Gesellschaftsjagd unterwegs ist, muss warm und vor allem sicher gekleidet sein. Als Durchgeher gilt besondere Vorsicht – vor allem zum Schutz vor Wildschweinen.

Drückjagd Ausrüstung

Wälder sind schon lange nicht mehr die ruhigen Rückzugsgebiete für Wildtiere, die sie früher einmal waren. Immer mehr Menschen zieht es raus in die Natur – zum Mountainbiken, Geocachen, Wandern und Joggen. Um ihrem staatlichen Auftrag nachzukommen, die Tiere aber nicht zu oft aufzuscheuchen, gehen Jäger gemeinsam auf die Jagd. Vor allem mit Blick auf die wachsende Schwarzwildpopulation (wir berichteten), wird die Drückjagd immer wichtiger. Diese Form der Jagd ist sicher kein Allheilmittel der Hege, aber durchaus ein probates Mittel, um innerhalb kürzester Zeit eine größere Anzahl von Wild zu erlegen. Ohne entsprechende Hunde bzw. Durchgeher oder Treiber ist eine Drückjagd in der Regel nicht durchführbar, zu fest liegen gerade die Sauen in ihren Einständen. Um einen sicheren und erfolgreichen Drückjagdtag als Durchgeher erleben zu können, bedarf es einiger Vorbereitung.

Vor Jagdbeginn ist es zwingend notwendig, optimal ins meist unbekannte Gelände eingewiesen zu werden. Nicht immer besteht Sichtkontakt zum Führer der Treiberwehr, welcher wiederum die nötige Revier- und Ortskenntnis besitzen muss. Hilfreich sind hier sogenannte Bauernlineale. Es werden klare Linien genannt, die während der Jagd nicht überschritten werden dürfen. Beispiele können feste Straßen, Waldränder, Eisenbahnlinien oder bebaute Flächen sein. Sinnvollerweise erhält jeder Durchgeher eine Liste mit allen wichtigen Telefonnummern. Hier müssen zumindest der Führer der Treiberwehr, der Jagdleiter, ein erreichbarer Tierarzt und der zuständige Nachsuchenführer vermerkt sein. Ansprechpartner ist und bleibt jedoch immer zunächst der Anführer der Durchgeher. Dieser koordiniert nach Möglichkeit zusammen mit dem Jagdleiter das nötige Vorgehen. Bei einem möglichen Ausfall des mobilen Funknetzes sollten vorher andere Verbindungsmöglichkeiten  abgesprochen sein. Dies können Rufzeichen, Signaltöne oder zuvor festgelegte Sammelpunkte sein. 

Nach der Einweisung durch den Jagdleiter geht es endlich los, die Schützen beziehen ihre Stände und die Jagd kann beginnen. Für die Durchgeher gilt: Abstände, besondere Brennpunkte und das Verhalten im Treiben sind vorher besprochen worden und das Treiben kann beginnen. Hoffentlich wurde vorher klar geregelt, wie man mit krankem Wild, verletzten oder stellenden Hunden umzugehen hat. Welche Maßnahmen werden bei einem Unfall getroffen, wie wird erlegtes Wild gekennzeichnet, versorgt oder geborgen? Welche Schutzmaßnahmen muss jeder Treiber selbst treffen? Wie wird Kontakt zu den Schützen aufgenommen etc.? Die Einweisung der durchgehenden Jagdteilnehmer ist umfangreicher als die Einweisung der Schützen, wird jedoch leider oftmals unterschätzt. Je besser informiert wird, desto erfolgreicher, aber auch sicherer gelingt eine Drückjagd. Hier liegt die Verantwortung klar beim Jagdleiter.

Wie aber schützt sich der Treiber selbst? Mit der steigenden Zahl der durchgeführten Jagden steigen auch die gemachten Erfahrungen unserer Schwarzkittel und damit auch die Häufigkeit angenommener Jagdteilnehmer. Schwere Verletzungen nach solchen Zusammenstößen sind oft die Folge (wir berichteten). Um das Risiko zu minimieren, bieten verschiedene Hersteller sogenannte Sauenschutzhosen an. 

Swedteam Protection Green und Hundeführerjacke Nicco

Vectran, 5* härter als Stahl, sorgt an besonders gefährdeten Stellen für den richtigen Schutz

Vectran, 5* härter als Stahl, sorgt an besonders gefährdeten Stellen für den richtigen Schutz.

Polyamid, Gore-Tex Membran, Conpierce, Vectran, Cordura, AirTech… All das sind für viele zunächst böhmische Dörfer. Also der Reihe nach: An den besonders beanspruchten Stellen verwendet man Conpierce und Vectran. Diese Kombination verspricht eine hohe Dornenfestigkeit sowie Stich- und Bissschutz. Conpierce bietet bei der Swedteam den nötigen Schutz vor gefährlichen Bissen und Schlagwunden. Vectran ist ein Multifilamentgarn, gesponnen aus Kristallpolymeren und widerstandsfähiger als z.B. Stahlfasern. Neben der zivilen Anwendung findet man dieses Garn auch häufig in der Schutzbekleidung militärischer Anwender. Sehr hohe Festigkeit trotz hoher Elastizität, geringe Abnutzung und hohe Formstabilität sind die Merkmale von Vectran. Gerade im Bereich der Schlagadern bietet eine Sauenschutzhose so den erforderlichen Schutz. Natürlich nützt eine Hose, welche wie eine Ritterrüstung getragen werden muss, dem Durchgeher wenig. Unwegsames Gelände, schlechte Witterungsbedingungen, körperliche Anstrengung fordern ein wenig mehr. Tragekomfort und Trageklima sind ebenfalls wichtige Gesichtspunkte für den aktiven Jäger. Bei der Protection Green von Swedteam setzt man hier auf Gore-Tex und Air Tech. Wind- und wasserabweisend und trotzdem atmungsaktiv sind hier die Stichworte. Durch die Kombination all dieser Hightech-Materialien bleibt die Hose auch nach mehreren Jagden und Waschgängen optisch ansprechend und formstabil. Natürlich ist sie aufgrund der vernähten Materialien ein wenig schwerer als eine schlichte Outdoorhose, lässt sich aber trotzdem angenehm tragen. Je nach Trageweise und Schuhwerk drücken lediglich die Plastikverschlüsse ein wenig im Knöchelbereich. Für optimalen Sitz empfehlen wir, passende Hosenträger zu nutzen.

Aus unserem Outfox-World Shop
Extrem dornen- und wasserfestes Obermaterial und herausnehmbare Ärmel.

Extrem dornen- und wasserfestes Obermaterial und herausnehmbare Ärmel.

Nachdem unsere Beine vor Dornen und annehmenden Sauen geschützt sind, gilt es uns deutlich sichtbar zu machen. Ein Hutband reicht definitiv nicht. um uns den anstehenden Schützen zu zeigen. Auch von dunklen Rottönen mit aufgedrucktem Tarnmuster raten wir ab. Wir wollen gesehen werden! Orangefarbene Westen oder aber gleich eine leuchtende Warnjacke sind daher unsere erste Wahl. Sehr gut geeignet sind zum Beispiel Hundeführerjacken. Sie besitzen meist zahlreiche Taschen, herausnehmbare Ärmel und sind dornen- und wetterfest. Sicherheit ist nicht umsonst, sollte jedoch jedem von uns etwas wert sein. Rund 500 Euro für die Hose der Firma Swedteam sind sicher kein Schnäppchen. Aber in unseren Augen ist die Protection Green es definitiv wert. Dasselbe gilt für die Hundeführerjacke Nicco zum Preis von etwa 350 Euro. So gerüstet wünschen wir Ihnen viel Waidmannsheil für die noch anstehenden Drückjagden!

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