Pilotprojekt: Mit Warntönen gegen die Wildunfall-Gefahr

Testweise werden in Sachsen-Anhalt mehrere unfallträchtige Straßenabschnitte mit akustischen Wildwarnern ausgerüstet.

Wildwechsel-Warnschild

Foto: GoranH

Vielerorts in ganz Deutschland kaufen Jägerinnen und Jäger aus eigener Tasche blaue Wildwarner, um sie an Unfallschwerpunkten anzubringen. Dass diese Reflektoren wirkungsvoll sind, ist so gut wie unumstritten – Ausnahmen bestätigen die Regel (wir berichteten hier und hier). Fest steht: Die blaue Farbe kommt in der Natur kaum vor, sodass die Wildtiere in der Reflektion der Auto-Scheinwerfer direkt eine Gefahr erkennen. Künftig könnte jedoch zu dieser optischen Warnmethode noch eine weitere hinzukommen: Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, sollen in Sachsen-Anhalt nun auch akustische Warner zum Einsatz kommen – im Rahmen des bundesweit ersten derartigen Tests.

Beabsichtigen Wildschwein, Reh & Co. in Sachsen-Anhalt demnächst, eine Straße zu überqueren, könnte es heißen: Bei denen piept’s wohl! Denn fährt ein Fahrzeug durch einen der neuen Sensoren, gibt laut dem Bericht ein akustischer Warner am Straßenrand Pieptöne von sich – und das für 15 Sekunden. Erste Resultate von Tests aus Österreich seien vielversprechend, hieß es aus dem sachsen-anhaltinischen Verkehrsministerium. Noch in diesem Frühjahr solle die Technik an vier besonders unfallträchtigen Strecken im Land aufgestellt werden.

Damit sich anschließend auswerten lässt, wie wirksam die akustische Warnung funktioniert, sollen die Geräte jeweils nur auf der Hälfte der ausgewählten Straßenabschnitte aufgestellt werden. So lasse sich genau erkennen, zu wie vielen Wildunfällen es mit und ohne Warnsystem komme. Der ADAC begrüßte das Pilotprojekt dem Bericht zufolge. Es gebe mehr Wild, aber noch nicht ausreichend Maßnahmen, um Unfällen wirkungsvoll vorzubeugen.

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