Jungschäfer denkt ans Aufgeben –  Frust wegen politischer Tatenlosigkeit

Wolf mit Welpe

Foto: Dieter Hopf

Sebastian Ostmann macht gerade Abitur und hat ein zeitintensives Hobby. Er ist Schäfer aus Leidenschaft und durch einen radikalen Protest „berühmt“ geworden. Im Februar legte er vor dem niedersächsischen Umweltministerium einen gerissenen Heidschnuckenbock ab und gab der Presse bereitwillig Auskunft darüber, wer das Tier getötet hatte.

Es war ein Wolf, gegen den, nach Ostmanns Empfinden, viel zu wenig getan wird. Das hat er seit seinem Protest auch in vielen Zeitungsinterviews und Fernsehsendungen kundgetan. Und seine Kritik richtet sich vor allem an Niedersachsens grünen Umweltminister Stefan Wenzel. „Dieser Minister ist unhaltbar“, sagte er der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Ihm stünden als Hobby-Schäfer nämlich zum Beispiel kein Hund, kein Zaun und keine Prämie nach einem Wolfsriss zu. Zum Glück hat es in seiner Herde noch keinen Riss gegeben.

Schutz der Wölfe wichtiger als der der Schafe?

Diese Frage stellt sich Ostmann vor allem, weil die Schäfer rund um Vechta besonders seltene Tiere züchten, wie zum Beispiel die Diepholzer Moorschnucke. „Wir züchten Schafe, von denen es in Westeuropa weniger gibt als Wölfe“, sagt er mit Stolz. Doch wegen des politischen Stillstands ist die Zukunft seines Hobbys immer ungewisser: „Man hat irgendwann alles gemacht, wenn sich dann aber nichts dreht, ist das frustrierend.“

Ostmann will jetzt erst einmal sein Abitur machen und sich vor allem politisch weiter engagieren. Als Mitglied der Jungen Union und Sprecher der Schäfer im Landkreis Vechta hat er das Thema „Wolf“ zu seiner politischen Mission erklärt.

Sollte sich an den Rahmenbedingungen und der Bedrohung durch den Wolf allerdings nichts ändern, will Ostmann sein Hobby an den Nagel hängen.

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