Aufregung um Hunde-Paarung

Eine Aktionskünstlerin aus Slowenien ist mit einem Preis ausgezeichnet worden – weil sie Hunde-Erbgut in eine körpereigene Eizelle einsetzen ließ.

Aktionskünstlerin Maja Smrekar

Aktionskünstlerin Maja Smrekar (Foto: Ars Electronica/BORUT PETERLIN)

Die slowenische Aktionskünstlerin Maja Smrekar ließ Hunde-Erbgut in eine körpereigene Eizelle einsetzen und wurde dafür in Österreich preisgekrönt. Für rechtskonservative Politiker ein Stück aus dem Tollhaus.

Zungenküsse mit norwegischen Gehege-Wölfen gibt’s schon länger. Frau Smrekar geht ein Stück weiter: Sie will einen Mensch-Wolf-Mischling „zur Welt bringen“ und bemühte dafür die moderne Fortpflanzungsmedizin. Sie ließ sich eine ihrer Eizellen „ausräumen“ und mit Hunde-Erbgut präparieren.

Ob die Sache medizinisch überhaupt funktionieren kann oder ob es sich um einen eher geschmacklosen Promotion-Akt handelt, lässt sich schwer klären. Bekannt ist jedoch das Motiv der ungewöhnlichen Paarung: Durch die Caniden-Gene soll die Lebenserwartung wachsen, weil die Mischlingswesen angeblich „ihre Umwelt humaner behandeln … als wir das tun“. So heißt es in einer offiziellen Pressemeldung des „Ars Electronica Center“ (AEC) zur Preisverleihung für das Experiment.

Dass der durchaus angesehene Medien-Kunstpreis an die als Wolf- und Hundeliebhaberin bekannte Künstlerin geht, sorgt für massiven Widerspruch aus der Politik. Die FPÖ-Nationalratsabgeordneten Walter Rosenkranz und Werner Neubauer protestierten bei Kunstminister Thomas Drozda von der SPÖ. „Mit diesem Projekt wurden die Grenzen von Moral und Ethik ganz klar überschritten“, klagte Neubauer in einem Interview.

Geschichtskundige wissen: Sowas gab es bereits im klassischen Altertum, zumindest in der Mythologie. Nicht nur mit Hunden, sondern sogar mit Stieren. Aber da waren meistens Götter im Spiel.

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