Die Klimaretter und der Osterfrieden

Mitunter macht es Sinn die virtuelle Welt und die Wirklichkeit zu vergleichen. Zum Beispiel an Ostern, wenn die Tierwohl-Vorsätze auf die realen Delikatessenangebote treffen. Und Kurzstreckenflüge auf das gute Klimagewissen.

Flugzeug

Foto: KlausHausmann

Wir wagen einfach mal die Wette, dass auch reichlich Menschen, die sonst gerne die Likes auf Jagdgegner-Seiten setzen, im Supermarkt bei Hasenpfanne aus Argentinien und Hirschkeulen aus Neuseeland arg in Versuchung kommen. Obwohl es doch Wildbret ohne großen Klima-Fußabdruck gleich beim Jäger um die Ecke gäbe.

Schwierig wird’s aber auch ohne Lust auf Wildgenuss: Im Gegensatz zur bäuerlichen Landwirtschaft, die Artenschutz verdient hätte, ist Massentierhaltung ja auch so eine Sache. Nicht nur tödlich für die Tiere, sondern obendrein ein Klimakiller. Und das, obwohl das gute Umwelt-Gewissen ohnehin schon schwer zu leiden hat. Zum Beispiel beim täglichen Dreh am Zündschlüssel des gar nicht so alten Familienautos. Oder jetzt zum Beginn der Grillsaison, die Mode-Veganer harten Prüfungen aussetzt.

Was sind gegen solche Leiden die Skrupel der meisten Jäger, wenn es gilt, „den Finger krumm zu machen“? Ein bisschen Pulverdampf, ein wenig Feinstaub auch. Aber kein Beitrag zur Erderwärmung und das Tierleid in den allermeisten Fällen verkürzt auf Bruchteile einer Sekunde. Und, vielleicht vor allem, Freizeitfreuden vor der Haustür, den ökologisch korrekten Festtagsbraten inklusive.

Die leichte Ironie fortsetzend ließe sich hinzufügen, dass dem klimabedrohten Wald ein jeder Jäger hilft, der auf den Maibock pirscht. Sagen zumindest viele Förster. Und müssen sich obendrein noch fragen, ob mit Insektensterben am Ende auch die Borkenkäfer gemeint sind.

Zumindest fliegen Käfer im Gegensatz zum Menschen durchaus klimaneutral. Und müssen sich nicht wie die Wähler der Grünen vom „Spiegel“ vorhalten lassen, dass sie „Bahn predigen“, aber „Business fliegen“.

Dass sich laut Demoskopie ausgerechnet unter Anhängern der Öko-Partei die meisten Flugreisenden finden, ist ja auch ein Ding. Obwohl es nicht überrascht, weil doch klar ist, dass Wohlstand und Öko-Lebensweise keine natürliche Symbiose geben – die ärmsten Länder machen nun mal den wenigsten Dreck.

So muss sich sogar Öko-Mutti Claudia Roth von der AfD-Konkurrenz vorrechnen lassen, dass sie auf einer einzigen Dienstreise 41.000 Düsen-Kilometer hinter sich brachte. Sicher auch, um ein wenig das Weltklima zu retten. Ein paar Kollegen von der Union waren ja auch dabei, bei den Gesprächen und in der Business-Class.

Die Versuchung ist da groß, der ebenso berechtigten wie allzu aufgeregten Debatte etwas mehr Bodenhaftung zu wünschen. Und vielleicht auch jenen österlichen Frieden aus einer Zeit, zu der ein paar Eier im Korb und ein Stück Schinken etwas Besonderes waren, gesegnet beim Kirchgang. Zu Fuß, ganz natürlich.

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