Die Realos und der Wolf

Unter Wolfsfreunden im übrigen Deutschland wird das Positionspapier der Grünen im Stuttgarter Landtag wie ein Sieg dargestellt. In Wahrheit unterscheidet sich der Inhalt kaum von den Leitlinien der Konkurrenz von SPD und Unionsparteien. Zumindest, wenn diese – wie die Grünen in Baden-Württemberg – an der Regierung sind.

Wolf beobachtet die Umgebung

Foto: Dieter Hopf

Die Fakten: Über die Entnahme verhaltensauffälliger Wölfe gibt es in der Regierungsfraktion keinen Dissens. Für den Fall, dass Wölfe Menschen gefährlich nahe kommen oder mehrfach geschützte Weidetiere töten, sieht das Papier den „schnellen, unbürokratischen Abschuss“ vor. Mehr will auch der niedersächsische SPD-Umweltminister Olaf Lies nicht, über dessen Haupt Internet-Wolfsschützer die Schmutzkübel ausgießen.

Verbürgt ist: Baden-Württembergs Grüne haben – im Wortsinn – ganz genau nach Niedersachsen geschaut, wo das rotgrüne Regierungsbündnis explizit auch am Wolf scheiterte und die Grünen bei den folgenden Neuwahlen aus dem Landtag flogen. 

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Nicht einmal Wolfsobergrenzen sind in Stuttgart bei den Grünen gänzlich ausgeschlossen. Bei einem Wolf im Land stelle sich die Frage zwar nicht, aber: „Das muss man gegebenenfalls neu bewerten, je nachdem, wie sich der Wolfsbestand entwickelt“, sagt Fraktionsvize Thekla Walker.

Wichtigster und vernünftigster Unterschied zu anderen Wolfsländern: Herdenschutz soll nach den Vorstellungen der Regierungspartei auch dort im Ländle finanziell gefördert werden, wo es (noch) keine Wölfe gibt.

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