Die Schwachpunkte des Volksbegehrens

Bayerns Bürger haben ein richtungweisendes Volksbegehren für mehr Umwelt- und Artenschutz auf den Weg gebracht. Wäre da nicht der untaugliche Versuch, die Verantwortung einseitig bei den Bauern abzuladen.

Bienen

Foto: castleguard

Ein Kommentar unseres Autors Michael Lehner:

Auf den ersten Blick scheint alles bestens: Rekordbeteiligung bei der Unterschriftensammlung. Lob auf allen (Fernseh-)Kanälen. Und das gute Gefühl, dass sich endlich was bewegen wird. Zumal gegen das Insektensterben und den damit verbundenen Artenschwund.

Wahr ist aber leider auch: Viele Fehlentwicklungen, gegen die das Volksbegehren mobilisiert, sind einer Umweltpolitik geschuldet, die nicht versteht, dass Eingriffe in die Natur überaus komplexe Folgen haben.

Im konkreten Fall: Ein beträchtlicher Teil der nun beklagten Zustände ist der sogenannten Energiewende geschuldet. Dem Irrtum, dass es der Natur nicht schadet, wenn „Energiepflanzen“ den Nahrungsmittelanbau verdrängen. Oder die Ignoranz zu glauben, dass Wasserkraft unschuldig sei am Insektensterben.

Lieber fällt der Öko-Kommerz über die Bauern her. Und verschweigt sogar, dass der Einsatz von Agrarchemie und der ausufernde Maisanbau zusammengehören. Dass die in Fensterreden so gern gelobte „bäuerliche Landwirtschaft“ am kollektiven Irrweg teilnehmen muss, um ihre Existenz zu wahren.

Bayerns Staatsregierung ist nun gezwungen, Auswege aus der Sackgasse zu suchen. Wie es aussieht, wird sie das mit Steuergeldern versuchen. Um mehr Flächen zu schaffen, auf denen Natur noch Natur sein darf. Um eine echte Wende zu bewirken, wird das aber nicht ausreichen. Es wäre vielmehr an der Zeit, die wahren Widersprüche beim Namen zu nennen. Vor allem die Schizophrenie, bei anhaltend wachsendem Energie-Hunger von einer Bilderbuch-Ökologie zu träumen.

Dem besorgten Bürger wird zu erklären sein, dass es logische Folgen hat, wenn der Lebensmitteleinkauf einen immer geringeren Anteil an den Lebenshaltungskosten einnimmt. Während der Umwelt-Reparaturbetrieb immer mehr Geld verschlingt.

Laut reden sollten Jäger/-innen bei der Gelegenheit auch darüber, dass ihre Passion nicht beteiligt ist an der Misere. Sie lassen es sich viel Geld und noch mehr Herzblut kosten, den ihnen anvertrauten Teil der Natur zu bewahren. Bevor das Streben nach der vermeintlichen Nützlichkeit auch noch im grünen Holz endgültig die Überhand gewinnt.

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